Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Syrien-Gespräche: UN-Vermittler trifft Regierung und Opposition


Schweiz

Syrien-Gespräche: UN-Vermittler trifft Regierung und Opposition

In Genf verhandeln syrische Regierung und Opposition in zunächst getrennten Gesprächen mit dem Vermittler der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura, über eine politische Lösung des Bürgerkriegs. Es sind die ersten Verhandlungen seit dem Scheitern der Gespräche vor zehn Monaten. Der syrische Bürgerkrieg dauert seit rund sechs Jahren an. Entsprechend skeptisch zeigte sich De Mistura vor Gesprächsbeginn. Er sagte, er rechne nicht mit einem Durchbruch, aber hoffe, dass das gegenwärtige Momentum ausgenutzt werden könne.

Bereits vor einigen Tagen hatte sich Staffan de Mistura mit dem russischen Außenminister Sergeij Lawrow getroffen. Lawrow bestätigte dabei Moskaus Standpunkt, dass alle Parteien des Bürgerkriegs an den Verhandlungen teilnehmen sollen. Russland spielt eine immer wichtigere Rolle in dem Konflikt. Das Land hatte Ende Dezember eine allerdings brüchige Waffenruhe in Syrien vermittelt. Auch am Verhandlungstisch macht Russland seinen Einfluss geltend und nutzt die derzeitige Abwesenheit der USA.

Zuletzt hatte Russland in Kasachstan zwei vorbereitende Treffen der Konfliktparteien vermittelt. Daran hatten mit der Türkei und dem Iran zwei weitere wichtige Staaten, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen, teilgenommen. Weder die USA noch die Europäische Union waren bei den Treffen in Astana dabei.

Ein Hauptstreitpunkt bei dem neuen Treffen in Genf, wie auch bei früheren Treffen, dürfte das Schicksal des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sein. Themen in Genf sollen vor allem eine Übergangsregierung, eine neue Verfassung und Wahlen sein. Die Fronten sind jedoch verhärtet.

Die letzten Genfer Friedensgespräche hatte die Opposition im April letzten Jahres aus Protest gegen neu aufflammende Kämpfe abgebrochen. Seitdem haben die Truppen von Assad wichtige Geländegewinne erzielt. So konnten sie unter anderem den lange umkämpften Osten von Aleppo erobern. Trotzdem ist Assad weiter weit davon entfernt, die Kontrolle über sein Land zurückzugewinnen. Aufgrund der letzten Geländegewinne könnte er jedoch zu der Schlussfolgerung gelangen, dass eine politische Lösung nicht mehr in seinem Interesse liegt.

Unklar ist noch die Position der neuen US-Regierung. Der neue US-Aussenminister Rex Tillerson, der enge Kontakte zu Moskau unterhält, scheint im Augenblick jedoch eine politische Lösung zu wollen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Syrien

Syrien-Gespräche in Genf: UN-Vermittler trifft Regierung und Opposition