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Google: Hassvideos schädigen Geschäfte


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Google: Hassvideos schädigen Geschäfte

Google gerät im Streit um Hassvideos weiter unter Druck. Nach – laut Medienberichten 250 – europäischen Unternehmen und Organisationen wie BBC, Marks and Spencer, Tesco und der britischen Regierung kündigte auch der US-Pharma- und Konsumgüterriese Johnson & Johnson an, vorläufig Werbung auf Googles zur Google-Holding Alphabet gehörenden Videoplattform YouTube weltweit auszusetzen. Zuvor hatten sich schon die beiden größten US-Mobilfunkkonzerne AT&T und Verizon dem Bann angeschlossen.

Damit solle sichergestellt werden, dass eigene Anzeigen “nicht auf Kanälen erscheinen, die für anstößige Inhalte werben”. Google war in die Kritik geraten, weil Werbespots ohne Wissen der Kunden vor Videos mit radikal-religiösen, homophoben und antisemitischen Inhalten zu sehen waren.

Britische Abgeordete gingen nach Medienberichten (“MailOnline”) noch weiter: Die Technologie-Firma habe völlig versäumt, beleidigende Online-Inhalte zu kontrollieren. Die Chefs hätten nicht gehalten, was versprochen: Dass weder das Unternehmen selbst noch Extremisten von niederträchtiger Propaganda profitieren dürften.

Grund für den Streit: Werbung bekannter Marken in Videos mit Hassbotschaften. So erschien Verizon-Werbung in YouTube-Videos des ägyptischen salafistischen Predigers Wagdy Ghoneim, der 2009 von Großbritannien mit einem Einreiseverbot belegt wurde, weil er den Terrorismus verherrlicht haben soll. Werbung für verschiedene Marken fand sich auch in den Videos anderer extremistischer Gruppen – von der Animal Liberation Front bis hin zum US-Neonazi David Duke.

Google gibt normalerweise einen Teil der Werbeeinnahmen an Einzelpersonen oder Gruppen ab, in deren Kontext die Werbung veröffentlicht wird.

Google könnte der Boykott richtig Geld kosten: Allein Verizon gibt nach Medienberichten (“The Times”) pro Jahr rund 2,3 Milliarden Euro für Werbung aus. AT&T zog sich zudem nicht nur von YouTube zurück, sondern pausiert mit seiner Display-Werbung auf allen Google-Plattformen.

su mit dpa, Reuters

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Google: Hassvideos bleiben, Werbung wird auf Abstand gehalten