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Brauen mit Gletscherwasser: Spitzbergen hat das nördlichste Bier der Welt

Irgendwo hier in all dem Schnee und Eis ist die letzte Stadt vor dem Nordpol – und auch die letzte Brauerei, die “Svalbard Bryggeri”: Wir sind in Longyearbyen auf der Inselgruppe Spitzbergen, die bei den Norwegern Svalbard heißt.

Hier wächst nicht gerade viel, aber zumindest eine Zutat können die Bierbrauer vor der Haustür gewinnen: Wasser. Das benötigte Wasser ist zu sechzehn Prozent Schmelzwasser vom nahegelegenen Boger-Gletscher.

Das Brauen war auf Spitzbergen allerdings jahrzehntelang verboten, seit 1928: Hier wurde Kohle abgebaut, und die Bergleute sollten nicht so leicht dem Alkohol verfallen.

Brauereigründer Robert Johansen aber schaffte es, dass das norwegische Parlament das entsprechende Gesetz änderte: Das war 2014. Ein Jahr später floss dann das erste Spitzbergener Bier.

“Wir wollten etwas Eigenes machen”, sagt Johansen, selbst einmal Bergmann; “und Bier haben wir Kumpel früher
nun mal viel getrunken.”

“Wir wollen keine große Brauerei werden”, erzählt er weiter, “so 500 bis 750.000 Liter, dann läuft das Geschäft.”

Die anderen Zutaten kommen natürlich aus aller Welt: Malz aus Finnland, Hopfen aus etlichen Ländern, Hefe aus den USA, die Dosen für das Bier aus Wales.

Auf Spitzbergen bevorzugt man Dosenbier: Die Büchsen halten das Bier im hiesigen Klima besser frisch und sind zudem einfach leichter zu transportieren, auch als Leergut.

Um das Spitzbergener Bier zu trinken, muss man aber keine Reise in das Nördliche Eismeer antreten.

Es gibt das Bier auch auf dem norwegischen Festland zu kaufen – hier und da zum Beispiel in Oslo und Tromsø, dazu landesweit im Vinmonopolet, dem staatlichen Alkoholhandel. Dort kostet eine Büchse von 0,33 Liter dann um die sechzig Kronen, das sind gut sechs Euro.