Eilmeldung

Impfungen in Rio: Gelbfieber in Brasilien auf dem Vormarsch

Noch ist die Millionenstadt nicht betroffen. Doch viele Einwohner wollen vorbereitet sein auf eine mögliche Welle des Gelbfiebers. Impfengpässe könnten drohen.

Sie lesen gerade:

Impfungen in Rio: Gelbfieber in Brasilien auf dem Vormarsch

Schriftgrösse Aa Aa

Nach der Zika-Epidemie im vergangenen Jahr breitet sich in Teilen Brasiliens das tödliche Gelbfieber weiter aus. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es seit Dezember mehr als 130 Tote. Betroffen sind mehrere Bundessstaaten (Rio de Janeiro, Sao Paulo, Espirito Santo, Minas Gerais), dort vor allem in den ländlichen Gebieten.

In der Stadt Rio de Janeiro bildeten sich lange Schlangen vor Gesundheitsstationen, die kostenlos gegen das Gelbfieber impfen. Bisher sind in der Millionenstadt keine Fälle der Krankheit aufgetreten.

Auch Anna Estrela ließ sich am Samstag impfen. Sie wolle auf Nummer sicher gehen. “Anderswo hat es sich ausgebreitet. Deshalb ist es gut, immun dagegen zu sein. Denn wenn das Fieber erst hier ist, gibt es vielleicht nicht genug Impfdosen für alle Einwohner”, so die junge Frau. Auch Jobel Farias Marins wartete am Samstag auf seine Impfung: “Ich denke, es ist einfach notwendig. Das Leben ist schon so hart genug und jetzt noch das Infektionsrisiko. Was kann man sonst machen.”

Gelbfieber wird von der gleichnamigen Mücke (lat.: Aedes aegypti) übertragen und tritt in tropischen Gebieten auf. In Südamerika sind besonders Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru betroffen. In den vergangenen Jahren hatte es in Brasilien kaum Fälle von Gelbfieber gegeben.

Weltweit gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich bis zu 200.000 Erkrankungs- und 60.000 Sterbefälle, die meisten in Afrika. Schon seit langem steht eine Impfung zur Verfügung, die für zahlreiche Länder empfohlen oder vorgeschrieben ist. Das Auswärtige Amt in Berlin weist Reisende auf die Risiken hin, die ein Besuch in den betroffenen Gebieten mit sich bringen kann.

Brasilien hatte im vergangenen Jahr mit einer anderen Krankheit zu kämpfen. Bis zu 1,5 Millionen Menschen steckten sich 2015/2016 mit dem ebenfalls von Mücken übertragenen Zika-Virus an, das bei schwangeren Frauen schwere Schädelfehlbildungen (Microzephalie) beim Embryo verursachen kann. In diesem Jahr sind die Infektionszahlen nach Angaben der Regierung um rund 95 Prozent zurückgegangen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass einmal Infizierte als immun gelten.