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Verfolgter Barclays-Whistleblower bleibt anonym, Bankchef bestraft


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Verfolgter Barclays-Whistleblower bleibt anonym, Bankchef bestraft

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Die Finanzaufsicht hat nach Angaben der britischen Großbank Barclays Ermittlungen eingeleitet wegen des Versuchs von Bankchef Jes Staley, den Autor eines Beschwerdebriefes zu identifizieren. Das Barclays-Direktorium selbst habe die Behörde informiert, nachdem es von dessen Suche nach dem “Whistleblower” (“Skandalaufdecker”) erfahren habe. Ein Mitarbeiter habe darauf aufmerksam gemacht.

Eigene Untersuchungen hätten dann ergeben, dass Staley “aufrichtig, aber fälschlich glaubte, dass es erlaubt sei, den Urheber des Briefes zu identifizieren”. Der Autor sei weiter unbekannt. Staleys werde abgemahnt und sein Bonus gekürzt, er solle aber im Amt bleiben.

Der Bankchef selbst erklärte, er habe seinen Fehler eingeräumt und sich beim Direktorium entschuldigt. Der Chef des Barclays-Verwaltungsrates, John McFarlane, erklärte, er sei persönlich sehr enttäuscht. “Ich bedaure den Fall, vor allem weil wir unser Geschäft nach den höchsten ethischen Standards ausrichten.” Nach Barclays-Angaben nehmen die Aufsichtsbehörden nun auch allgemein die Kontrollmechanismen bei der Bank und ihren Umgang mit dem “Whistleblowing” unter die Lupe.

Das Public Interest Disclosure Act (PIDA) – Gesetz zum Aufdecken im öffentlichen Interesse – schützt seit 1996 in Großbritannien Mitarbeiter, die im öffentlichen Interesse Misstände kundtun – wenn sie sich an bestimmt Regeln halten, etwa beim Adressaten ihrer Meldung. In vielen Unternehmen werden Mitarbeiter ausdrücklich ermutigt, auf Missstände hinzuweisen. Ihnen wird in der Regel zugesichert, dass sie dabei keine eigenen Nachteile befürchten müssen.

Barclays versucht, den Imageschäden durch Skandale zu entkommen. So wurden vier ehemalige Barclays-Händler wegen Betrugs zu Haftstrafen von bis zu fünfeinhalb Jahren verurteilt, weil sie Libor-Zinssätze manipuliert hatten. Die Bank selbst musste mehr als 450 Millionen Dollar (425 Millionen Euro) an Strafen für die Zinsaffäre bezahlen.

Sigrid Ulrich mit Reuters

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