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Geduldige Auslands-Franzosen: drei Stunden Anstehen für die Wahl

Die Wahl des französischen Präsidenten findet rund um den Globus statt. Franzosen drängen sich in die Wahllokale, denn eine Briefwahl gibt es in Frankreich nicht.

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Geduldige Auslands-Franzosen: drei Stunden Anstehen für die Wahl

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Die Wahl des französischen Präsidenten findet nicht nur im Mutterland statt. Rund um den Globus sind Franzosen in die Wahllokale in ihren Gastländern gegangen. Eine Briefwahl gibt es in Frankreich nicht, ebenso keine Möglichkeit, elektronisch über das Internet zu wählen.

In Städten wie London (geschätzte 50.000 Wähler) und Berlin (12.000 registrierte Wahlberechtigte) bildeten sich Schlangen vor den Wahllokalen, In Montreal in Kanada warteten die Bürger geduldig bis zu drei Stunden, um ihr Kreuzchen zu machen. In New York war das französische Konsulat, das ebenfalls als Wahllokal genutzt wird, am Samstag noch kurz wegen eines Bombenalarms evakuiert worden.

In Israel machen sich einige Franzosen Sorgen um ihre doppelte Staatsbürgerschaft, Die könnte auf dem Spiel stehen, je nachdem, wie die Wahl ausgeht. Ebenso ist der Terrorismus der vergangenen Tage, Monate und Jahre für israelisch-französische Juden ein Thema im Zusammenhang mit der Wahl.

“Es gab kürzlich in Frankreich viele Terroranschläge. Die jüdische Gemeinde fühlt sich davon mehr bedroht als andere, das ist verständlich”, so der französisch-israelische Simon Schwall. “Am Ende werden wir ja sehen, ob das die Wahl beeinflusst.”

Tausende Kilometer von Paris entfernt läutete bereits ein Wahlhelfer mit einem Glöckchen das Ende der Wahl ein: Im Überseedepartement Französisch-Guyana in Südamerika haben die Abstimmungslokale inzwischen geschlossen. Zu Frankreich, der einstigen großen Kolonialmacht, gehören noch eine ganze Reihe an Gebieten in Übersee. Weniger als eine Million Wähler leben an diesen weit entfernten Orten, ihre Stimmen könnten aber bei einem knappen Wahlausgang durchaus Gewicht haben.