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1. Mai: Gewalt, Solidarität und Castro-Puppen


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1. Mai: Gewalt, Solidarität und Castro-Puppen

Auf der ganzen Welt haben Menschen den 1. Mai, den Tag der Arbeit, mit Protesten begangen. Aufgerufen hatten dazu Arbeitnehmervertreter, Gewerkschaften und Bürgerrechtsgruppen.

In mehreren US-Städten, wie hier in New York City, gingen Tausende gegen die Politik von Präsident Donald Trump auf die Straße. Sie wandten sich vor allem gegen eine strenge Einreisepolitik und die Deportation illegaler Migranten. Die meisten Demonstrationen verliefen friedlich.

“Ich glaube, das Konzept des Patriotismus hat sich verändert: Früher sind wir in den Krieg gezogen, heute versuchen wir, die Demokratie zu verteidigen.”

Im sozialistischen Kuba durchbrach ein Demonstrant die Sicherheitsabsperrungen und lief mit einer US-Flagge vor dem Demonstrationszug her – so lange, bis er von Sicherheitskräften eingefangen wurde. Für Kubas Präsident Raul Castro ist es die letzte Mai-Parade. Castro hat angekündigt, im kommenden Februar zurückzutreten.

In Berlin verliefen die Demonstrationen in diesem Jahr weitgehend friedlich. Erstmals waren sie nicht angemeldet worden, wurden aber von der Polizei toleriert. Rund 8.000 Teilnehmer waren gekommen, deutlich weniger als in den Vorjahren. Ausschreitungen Linksextremer gab es in Kreuzberg. Mehrere Dutzend Personen wurden festgenommen.

In Frankreich waren die Proteste beeinflusst von der Stichwahl um das Präsidentenamt am kommenden Wochenende. Bei Ausschreitungen in Paris wurden zwei Polizisten schwer verletzt wurden. Vier weitere erlitten leichtere Verletzungen. Mit geschätzten 142.000 Teilnehmern waren weitaus mehr Menschen in ganz Frankreich auf den Straßen als im Jahr zuvor, aber auch weitaus weniger als 2002, als das Wahlduell des Konservativen Jacques Chirac gegen den rechten Jean-Marine Le Pen alleine in Paris 400.000 Menschen mobilisierte. In Lyon stand traditionell der komplette öffentliche Personennahverkehr still. Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen fuhren nicht, auf den Straßen staute sich trotz des Feiertags der Verkehr.

In Südafrika ist Präsident Jacob Zuma auf einer Veranstaltung von Gewerkschaftsmitgliedern ausgebuht worden. Die Regierung des 75-Jährigen sieht sich massiven Vorwürfen der Korruption und des Missmanagements gegenüber.

In Moskau haben mehr als 100.000 Menschen an der Parade über den Roten Platz teilgenommen. Sie forderten höhere Löhne sowie bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Auch Vertreter der Regierungspartei waren gekommen. Die kommunistische Partei mobilisierte dreieinhalbtausend Teilnehmer.

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