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Pressefreiheit: UNESCO warnt vor Verfolgung von Journalisten


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Pressefreiheit: UNESCO warnt vor Verfolgung von Journalisten

Repressives Vorgehen gegen Journalisten in Ägypten und Burundi, die Massenverhaftungen in der Türkei oder die feindliche Haltung der neuen US-Regierung gegenüber kritischen Medien: Die Pressefreiheit ist weltweit bedroht. Das stellte nicht nur Reporter ohne Grenzen in der vergangenen Woche fest. Auch Amnesty International und die UNESCO warnen zum heutigen Tag der Weltpressefreiheit vor der Verfolgung von Journalisten und Medien. “Die politischen Anführer dieser Welt müssen die Unabhängigkeit der Medien verteidigen”, verlangte UN-Generalsekretär António Guterres.

Der UNESCO zufolge wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 800 Journalistinnen und Medienmitarbeiter getötet. Dabei habe der Großteil nicht in Kriegsgebieten gearbeitet. Meistens werden diese Journalisten Opfer von kriminellen Organisationen, Milizen, Sicherheitskräften, so die Organisation weiter. Sie riskieren ermordet, entführt, belästigt, eingeschüchtert oder verhaftet zu werden. Vor allem Lokaljournalisten seien bedroht.

Das Verheerende: Meistens haben Straftaten gegen Medienschaffende keine Konsequenzen, wie die UN-Organisation weiter ausführt. Aus Angst zensieren sich viele Journalisten folglich selbst. Dies schränke die Pressefreiheit weiter ein und verhindere, dass wichtige Informationen zu den Bürgerinnen und Bürger durchdringen. Für die UN sei es dadurch schwieriger, grundlegende Ziele wie Frieden, Sicherheit und Nachhaltigkeit voranzubringen.

Jährlich ehrt die Organisation mutige Medienvertreter mit einem Preis. 2017 geht der UNESCO/Guillermo Cano Preis der Weltpressefreiheit an den schwedisch-eritreischen Journalisten Dawit Isaak. Der Gründer der eritreischen Wochenzeitung “Setit” wurde 2001 in seinem afrikanischen Heimatland zusammen mit anderen Journalistinnen und Journalisten von unabhängigen Medien verhaftet. Dem Autorenverband PEN zufolge gibt es keine Informationen darüber, was seit dem mit Isaak und den anderen Journalisten passiert ist. Zudem seien keine Anklagen vorgebracht worden. Zur Begründung hatte es lediglich geheißen, die Verhafteten seien “Verräter”.

Isaak gründete mit “Setit” die laut UNESCO erste unabhängige Zeitung des Landes. Seine Tochter wird den Preis für ihn entgegennehmen. Die Verleihung findet heute in Indonesien statt. Die Pressefreiheit in dem Inselstaat befindet sich laut des Rankings von Reporter Ohne Grenzen in einer schwierigen Lage.

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