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ESC 2017: Portugal feiert fulminanten Sieg - Deutschland holt vorletzten Platz

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ESC 2017: Portugal feiert fulminanten Sieg - Deutschland holt vorletzten Platz

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Portugal hat den Eurovision Song Contest 2017 gewonnen. Sänger Salvador Sobral bekam für seine Ballade “Amar Pelos Dois” mit 758 Punkten die meisten Stimmen. Er bezeichnete seinen Sieg als Zeichen dafür, dass es in Zeiten von “Wegwerfmusik” auch Musik gebe, die etwas bedeute und Gefühl habe. “Bei Musik geht es nicht um Feuerwerk, es geht um Gefühl“, so der Sänger, der den Song nach der Punktevergabe noch einmal zusammen mit seiner Schwester sang. Die Jazzsängerin Luisa Sobral hatte ihm das Liebeslied geschrieben. Es ist das erste Mal, dass Portugal den Sieg beim ESC holte.


Deutschlands Kandidatin Levina landete unter den 26 Finalisten mit sechs Punkten auf dem vorletzten Platz und schnitt somit kaum besser ab als ihre Vorgängerinnen in den vergangenen beiden Jahren. Spanien machte mit fünf Punkten den letzten Platz. 2015 und 2016 war Deutschland jeweils Letzter.

Neben dem italienischen Beitrag, der lange als Favorit gehandelt wurde und bei dem jemand im Gorilla-Kostüm Faxen auf der Bühne machte, boten auch andere Musik-Acts Hingucker. Beim Beitrag von Aserbaidschan stand ein Mann mit Pferdekopf auf einer Leiter, und der Kandidat Kroatiens, Jacques Houdek, performte als Opern- und Pop-Sänger in einem quasi ein Duett mit sich selbst. Gute Laune verbreitete direkt vor dem Auftritt Levinas der Beitrag Rumäniens mit einer Jodel-Einlage.

50 Prozent der Punkt für einen Kandidaten kommen von einer fünfköpfigen Jury, die sich aus Experten der Musikbranche zusammensetzt. Die anderen 50 Prozent der Punkte vergeben die Zuschauer per Televoting, allerdings können Zuschauer nicht für Bewerber aus ihrem eigenen Land stimmen.

Überschattet wurde der bunte, eigentlich unpolitische Wettbewerb vom Konflikt zwischen dem Gastgeberland Ukraine und Russland. Der russischen Kandidatin Julia Samoilowa wurde wegen eines Auftritts auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim die Einreise in die Ukraine verwehrt. Nach neuer blutiger Gewalt in der Ostukraine sagte Präsident Petro Poroschenko am Samstag seinen Besuch beim Finale ab. In Kiew gab es rund um das internationale Ausstellungszentrum, in dem der ESC über die Bühne ging, strenge Sicherheitsvorkehrungen. Hunderte Polizisten und die Nationalgarde bewachten die Straßen. Zufahrtswege waren mit Betonblöcken geschützt.