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Mit 90 allein zu Haus: Roboter passt auf


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Mit 90 allein zu Haus: Roboter passt auf

Roboter, die älteren Menschen ermöglichen, länger allein im eigenen Haushalt zu leben: Eine Option für die Zukunft, an der verschiedene Forschungsprojekte arbeiten. So auch das europäische RADIO-Projekt.

Aggeliki Koukoutsi ist 68 Jahre alt und lebt in Patras in Griechenland. Sie leidet unter milder Arthrose und nimmt als freiwillige Probandin am europäischen Forschungsprojekt RADIO teil. Der Roboter, den sie testet, soll Betroffenen eines Tages ermöglichen, länger allein und autonom zu leben. Er überwacht ihre Bewegungen und meldet Auffälligkeiten. “Das Forscherteam hat mir erklärt, dass der Roboter meine täglichen Bewegungen aufzeichnet, um Stürzen oder Krankheiten vorzubeugen”, erläutert sie.

Auch Pfleger nehmen an den Tests teil, um zu prüfen, inwieweit solch ein Roboter ihren Patienten nutzen kann – und auch den behandelnden Ärzten. Pflegerin Elen Reppa ist beim Test bei Koukoutsi dabei: “Ich als Krankenschwester denke, dass diese neue Technologie in der Gesundheitsversorgung alten Leuten mit Krankheiten wie Alzheimer oder Multipler Sklerose helfen kann, ihre täglichen Bewegungen aufzuzeichnen. Die Ärzte können dann diese Aufzeichnungen mit früheren Aufzeichungen vergleichen und prüfen, wie die Krankheit verläuft, wie schnell sie fortschreitet.”

Noch steckt der Roboter in den Kinderschuhen. Er misst die Bewegungsmuster und die Bewegungsgeschwindigkeit. Jede ungewöhnliche oder verdächtige Abweichung meldet er automatisch zum Beispiel an die Familie oder den Hausarzt. Projektingenieur Román Navarro García erläutert, woraus die Apparatur besteht: “Der Roboter hat einen 2D-Laser-Sensor, mit dem er eine Karte von seiner Umgebung anlegt, in der er sich dann selbst lokalisieren kann. Er hat auch zwei Kameras. Eine vorn, das ist auch ein 3D-Sensor und verfolgt die Bewegungen der Testperson, und eine Kamera hinten, mit der wir den älteren Menschen beobachten können, wenn er oder sie hinter dem Roboter geht.”

Die Forscher sehen das Gerät in Zukunft als Teil eines Smart homes – einer “intelligenten”, automatisierten häuslichen Ausstattung. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Computeringenieur Christos Panagiotoy: “Der Roboter bewegt sich permanent im Haus des Nutzers, er ist dynamisch, nicht statisch. Aber eine häusliche Umgebung ist auch eine sehr dynamische Umgebung, die Dinge verändern sich, Möbelstücke stehen mal an einem anderen Platz. Hindernisse, klein oder groß, sind im Weg – und dann haben wir auch noch den Nutzer, der sich bewegt.”

Ziel ist unter anderem, die “Wahrnehmungstechnologie” zu verbessern: Der Roboter soll so unaufdringlich und funktional wie möglich gemacht werden. Und, so Projektkoordinator Vangelis Karkaletsis: “Es geht darum, einen kostengünstigen Roboter zu entwickeln. Er soll leicht an verschiedene häusliche Umgebungen oder smart homes angepasst werden können. Und er soll anwenderfreundlich sein, damit die Nutzer ihn einfach und ohne große Schulung bedienen können.”

Bleibt noch, die künftigen Patienten dafür zu begeistern, mit einem Roboter zu leben.

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