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USA verkaufen F-15 Kampfjets an Katar

Katar kauft Kampfjets, obwohl Präsident Trump das Land der Terrorismusunterstützung bezichtigt.

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USA verkaufen F-15 Kampfjets an Katar

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Die USA verkaufen 36 F-15 Kampfjets an Katar – ein ungewöhnlicher Deal zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt. Rein wirtschaftlich betrachtet ist es ein gutes Geschäft für die USA: es hat angeblich ein Volumen von 12 Milliarden Dollar, was über 300 Millionen Dollar für jedes Flugzeugsystem hieße. Auch Nachbar Saudi Arabien fliegt seit 2011 150 Stück des Kampfjets und lastet den Hersteller bis 2018 aus. Ein neuer Auftrag würde bei Boeing angeblich 60.000 Arbeitsplätze sichern.

Aber trotz der wirtschaftlichen Logik überrascht der Deal vor dem Hintergrund der aktuellen Spannungen zwischen Katar und seinen Nachbarn. Dem schwerreichen Kleinstaat werden Terrorismusunterstützung und Kooperation mit der schiitischen Regionalmacht Iran vorgeworfen. Der Verkauf war lange vorbereitet worden, aber obwohl Donald Trump Katar massiv kritisierte, hat er den Waffendeal doch freigegeben.


Auch wenn die US Politik nicht konsequent erscheint – letzten Endes versuchen Trump, sein Außenminister Tillerson und Verteidigungsminister Mattis mit dem Deal mehrere Fliegen auf einmal zu erschlagen: Durch die Waffenlieferung bekennen sich die Amerikaner zu Katar – mit erhobenem Zeigefinger. Sie hoffen eine weitere Annäherung Katars an die Achse Iran – Türkei zu verhindern, während sie ihre eigene militärische Machtbasis in Katar sichern und ihren eigenen Stützpunkt direkt gegenüber der Küste des erklärten Erzfeindes Iran nicht gefährden. Sie demonstrieren Saudi-Arabien, das Katar nicht noch immer „Teil der Familie ist“ und beiden Seiten, daß sich die USA nicht auf eine Seite schlagen werden. Und ganz nebenbei kann Donald Trump wieder zu Hause mit seinem Lieblingsthema punkten – er habe amerikanische Jobs gesichert.


Wie die Vereinigten Arabischen Emirate die Blockade Katars begründen, lesen Sie hier.