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Mongolei: Überraschung bei der Präsidentschaftswahl


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Mongolei: Überraschung bei der Präsidentschaftswahl

In der Mongolei wird es erstmals eine Stichwahl um das Präsidentenamt geben. Wahlsieger Khaltmaa Batulgaa verpasste am Montag eine absolute Mehrheit und muss deswegen am 9. Juli noch einmal gegen den Zweitplatzierten Miyegombo Enkhbold von der regierenden Volkspartei antreten. Dieses Ergebnis war für viele Beobachter eine Überraschung und wird unter anderem als Absage an die Sparpolitik der Regierung gewertet. Die Mongolei hat trotz ihres Rohstoffreichtums große wirtschaftliche Probleme und ist auf Kredite des Internationalen Währungsfonds angewiesen.

Batulgaa punktete bei Einigen offenbar mit seinen nationalistischen Parolen gegen China. “Ich bin einfach nur zufrieden mit dem Ergebnis”, sagt der 54-jährige Tumurbaatar, Wachmann aus Ulan Bator. “Die meisten Menschen haben für Batulgaa gestimmt.”

Aber es gibt auch viel Misstrauen gegenüber der Politik. “Im Wahlkampf gab es viele Vorwürfe über Korruption und Erpressung”, so die 32-jährige Erdenetuya, Büroangestellte aus Ulan Bator. “Vielleicht ist da was dran. Das kann ja nicht alles erfunden sein.”

Wahlbeobachter der OSZE äußerten Bedenken über mangelnde Wahltransparenz, konnte aber keine konkreten Fälle bestätigen. Gegen alle Kandidaten gab es Korruptionsvorwürfe, auch diese sind nicht bestätigt. Die Mongolei gilt als die einzige funktionierende Demokratie in Zentralasien.