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"Gerechtigkeitsmarsch" endet mit Massenkundgebung in Istanbul


Türkei

"Gerechtigkeitsmarsch" endet mit Massenkundgebung in Istanbul

Mit einer Massenkundgebung ist der sogenannte “Gerechtigkeitsmarsch” in Istanbul zu Ende gegangen. Nach Angaben regierungskritischer Medien nahmen mehr als Hunderttausend Menschen an der von der größten türkischen Oppositionspartei CHP organisierten Veranstaltung teil. Der CHP-Vorsitzende Kemal Kilicdaroglu hatte den Marsch am 15. Juni in Ankara gestartet, um gegen die Verurteilung eines CHP-Abgeordneten wegen Geheimnisverrats zu 25 Jahren Haft zu demonstrieren.

Er sagte auf Rednertribüne: “Man sagt uns, dass sich Gerechtigkeit nicht auf der Straße erfechten lässt. Aber wenn in einem Land große Ungerechtigkeit herrscht, wenn es keinen Rechtsstaat gibt, wenn Ungleichheit herrscht und die Gerichte des Landes nicht unabhängig sind, sondern den Anweisungen der politischen Macht gehorchen, wenn Pressse und Medien zum Schweigen oder Aufgeben gebracht werden, dann ist die Straße der einzige Ort, an dem noch Gerechtigkeit eingefordert werden kann.”

Der über 400 Kilometer lange Marsch hatte sich zu einem allgemeineren Protest gegen Massenentlassungen, Verhaftungen und die Politik von Erdogan entwickelt. Letzterer hatte Kilicdaroglu scharf kritisiert und vorgeworfen, mit Terrororganisationen zusammenzuarbeiten.