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Streik im Urlaubsparadies


Griechenland

Streik im Urlaubsparadies

In Griechenland haben Tausende Beschäftigte der Tourismusbranche die Arbeit niedergelegt. Sie demonstrieren gegen schlechtere Arbeitsbedingungen, während der Tourismus in Griechenland floriert. Allerdings, kritisieren die Gewerkschaften, kommt das Geld der ausländischen Urlauber kaum bei den 340.000 Beschäftigten der Branche an.

Nikos Papageorgiou von der verantwortlichen Gewerkschaft sagt, “es ist eine große Lüge, dass nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch wir Beschäftigten der Tourismus-Branche, die mit 30 Millionen Urlaubern dieses Jahr ein Wachstum verzeichnet, davon profitieren. Wir arbeiten hart, aber sie geben uns nichts. Unser Durchschnittsgehalt liegt im ganzen Land bei 420 Euro. Sie behaupten, mit unseren Gehältern hätten wir ein besseres Leben.”

In der Urlaubssaison arbeiten viele Beschäftigte zwölf Stunden täglich sieben Tage die Woche – oft ohne einen einzigen freien Tag. Von Ende September an stehen sie wieder vor der Tür und müssen mit drei Monaten Arbeitslosengeld über die Runden kommen.

Gleichzeitig bringen ausländische Urlauber Griechenland in diesem Jahr eine Rekordsumme von schätzungsweise 14 Milliarden Euro ein. Der Amerikaner Victor Tice hat beobachtet, “die Touristeneinnahmen kommen nicht unbedingt bei den Angestellten an. Wir haben gerade in einem kleinen Hotel eingecheckt. Ich bin mir sicher, dass das Personal nicht viel von unserem Geld abbekommt.”

Schätzungsweise 30 Millionen Ausländer machen dieses Jahr Urlaub in Griecheland. Euronews-Reporter Giannis Giaginis aus Athen sagt, “die Angestellten in der Tourismusbranche haben 24 Stunden lang die Arbeit niedergelegt. Aber in den meisten Hotels lief der Betrieb normal weiter. Viele Beschäftigten befürchten, ihre Arbeit zu verlieren, weshalb sie nicht am Streik teilnehmen.”