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3 Jahre danach: Jesiden erinnern an Völkermord und sexuelle Versklavung durch den IS


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3 Jahre danach: Jesiden erinnern an Völkermord und sexuelle Versklavung durch den IS

Drei Jahre ist es her, dass die Milizen des sogenannten “Islamischen Staat” das Sindschar-Gebirge, die Heimatregion der Jesiden im Irak, überfallen haben. Etwa 10.000 Menschen wurden nach neuen Schätzungen getötet, etwa 5.000 Frauen und Mädchen verschleppt und als Sexsklaven missbraucht haben. Im November 2015 wurden die IS-Dschihadisten aus der Gegend der heiligen Stätten der Jesiden vertrieben, sie hinterließen Massengräber und ein Bild der Verwüstung. Bis zu 400.000 Menschen sind 2014 aus der Region im Sindschar- (oder Shingal) genannten Gebirge an der Grenze zwischen dem Irak und Syrien geflohen. Die UNO hat die Verbrechen an der Religionsgruppe der Jesiden als Völkermord anerkannt.

Die Rückeroberung der Millionenstadt Mossul durch die irakische Armee in diesem Frühsommer 2017 bedeutete auch eine symbolische Niederlage für die IS-Dschihadisten, denn dort hatte ihr Anführer Abu Bakr Al-Baghdadi sein sogenanntes “Kalifat” ausgerufen. Viele jesidische Frauen und Mädchen waren nach Mossul verschleppt worden und wurden dort jahrelang als Sklaven der IS-Kämpfer gefangen gehalten.

Im Dezember 2016 sind die beiden Jesidinnen Nadja Murad und Lamija Adschi Baschar – die beide vom IS-Dschihadisten gefangen gehalten und missbraucht wurden – vom Europaparlament in Straßburg in einer bewegenden Zeremonie mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit ausgezeichnet worden. Auch sie stehen für das Trauma, das Tausende Jesiden erlitten haben – und vor dem es auch drei Jahre danach kein Entrinnen gibt.



Mehr zum Thema:

Die Reportage zu den versklavten und vergewaltigen Frauen im Irak – Sexuelle Versklavung als Kriegswaffe des IS

Nadja Murad ist auch UN-Sonderbotschafterin für Opfer des Menschenhandels

Die UN hat die Vertreibung der Jesiden als Völkermord eingestuft.

Nachrichtenvideo aus der Stadt Sindschar nach der Rückeroberung

Durch seine Artikel im Internet und seine Auftritte im TV macht der Syrer Aras Bacho in Deutschland auf das Schicksal der jesidischen Flüchtlinge aufmerksam.