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Korruption in Guatemala: Gericht stoppt Ausweisung von UN-Ermittler

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Korruption in Guatemala: Gericht stoppt Ausweisung von UN-Ermittler

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In Guatemala hat das Verfassungsgericht die Anweisung des Präsidenten gestoppt, einen Korruptionsermittler aus dem Land zu werfen. Iván Velásquez leitet eine UN-Kommission, die die Immunität von Präsident Jimmy Morales wegen Korruption ins Visier genommen hat.

Das Gericht kippte die Ausweisung des Ermittlers nur wenige Stunden, nachdem sie der Staatschef in einem Video auf Twitter angekündigt hatte. Morales erklärte Velásquez in seiner Botschaft zur persona non grata, die das Land sofort verlassen müsse. Morales kritisierte die Verfassungsrichter und sagte, das Gericht habe kein Recht, sich in die Entscheidung einzumischen.

Der UN-Korruptionsermittler Velásquez untersucht die Finanzierung von Morales Wahlkampf im Jahr 2015. Der ehemalige Komiker und Fernsehstar hatte damals noch einen Krieg gegen die Korruption angekündigt, soll die Kampagne aber gleichzeitig illegal finanziert haben.

Wütende Demonstranten forderten in Guatemala-Stadt Morales Rücktritt: “Die Gerechtigkeit ist von einem mafiösen und korrupten politischen System verdorben worden. Deswegen wollen wir, dass nicht Velásquez, sondern Morales geht. Er ist ein korrupter Dieb.”

Morales wäre nicht der Erste, der durch Proteste zum Rücktritt gezwungen wird. 2015 musste sein Vorgänger Pérez Molina gehen. Er sitzt heute im Gefängnis. Guatemala ist eines der korruptesten Länder weltweit.


Der Konflikt um die Ausweisung von UNO-Ermittler Iván Velásquez entwickelt sich in Guatemala zur politischen Krise.