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Sie ist dann mal weg: AfD-Chefin Petry lässt ihre Partei sitzen

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Sie ist dann mal weg: AfD-Chefin Petry lässt ihre Partei sitzen

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Der Wahlsieg der AfD in Deutschland wird gerne als rechtskonservativer Erdrutsch beschrieben, aber ein wahres Erdbeben gibt es derzeit innerhalb der Partei. Mehrere Politiker haben nach der Wahl ihren Austritt aus der AfD angekündigt. Unter ihnen: Parteichefin Frauke Petry. Wann genau sie die Partei verlässt, hat Petry noch nicht gesagt, voraussichtlich wird sie aber als Fraktionslose im Bundestag sitzen.

Möglich aber auch, dass ihr die Partei die Entscheidung über den Termin mit einem Ausschlussverfahren abnimmt. Der AfD-Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, in dem sie das Direktmandat für den Bundestag gewonnen hatte, sieht sich um das Mandat betrogen und wirft ihr parteischädigendes Verhalten vor.

In Sachsen legte Petry zusammen mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Kirsten Muster ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Landtag nieder.

Ebenfalls ausgetreten: Petrys Ehemann Marcus Pretzell, bisher AfD-Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen. Einem Sprecher der Partei zufolge begründete Pretzell den Schritt mit dem Zustand der Partei. Pretzell ist außerdem als Abgeordneter im Europaparlament. Gemeinsam mit Pretzell will auch der Landtagsabgeordnete Alexander Langguth die Fraktion verlassen, wie der Sprecher sagte.

Frauke Petry war eine der Gründerinnen der Partei, hatte dann aber gegen Ex-Parteichef Bernd Lucke agitiert. Der Richtungsstreit – bürgerlich, in der Mitte der Gesellschaft, oder doch rechtsaußen – könnte sich mit dem Weggang der gemäßigteren Frauke Petry nun mehr zugunsten des rechten Flügels drehen. Die AfD hatte bei den Bundestagswahlen am Sonntag rund 13 Prozent der Stimmen bekommen.