Eilmeldung

Eilmeldung

Sacharow-Preis geht an die Opposition in Venezuela

Sie lesen gerade:

Sacharow-Preis geht an die Opposition in Venezuela

Schriftgrösse Aa Aa

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, hat am Donnerstag in Straßburg den diesjährigen Sacharow-Preisträger bekannt gegeben.
Geehrt wird die venezolanische Opposition, beziehungsweise, wie es im Nominerungstext heißt “die Nationalversammlung und alle politischen Gefangenen”.
Während seiner Rede wurde Präsident Tajani von Gelächter auf den Sitzen links außen unterbrochen. Rufe von “Schande” und “No Pasaran” waren zu hören.
Tajani entgegnete:
“Ich bitte sie, die Mehrheit in diesem Parlament zu respektieren. Und es gibt aus nichts zu lachen, wenn wir über Millionen von Menschen, von Kindern sprechen, die verhungern.”
Die demokratisch gewählten Nationalversammlung wurde im März 2017 vom Obersten Gerichtshof faktisch entmachtet. Stellvertretend für das Parlament wird sein Präsident, Julio Borges, genannt.
Für die politischen Gefangenen wurde insbesondere die Organisation „Foro Penal Venezolano“, das venezolanische Forum zur Verteidigung politischer Häftlinge namentlich erwähnt.
Nominiert wurde die venezolanische Opposition von den Fraktionen der EVP, also der Christdemokraten und der ALDE, also der Liberalen. “Politische Gefangene in Venezuela und die demokratische Opposition in Venezuela” waren bereits vor zwei Jahren unter den Finalisten für den Preis.
Es ist nicht das erste Mal, dass eine so große Gruppe den “Sacharow-Preis für geistige Freiheit” erhält, aber immerhin das erste Mal seit Anfang des vergangenen Jahrzehnts, als etwa UN-Generalsekretär Kofi Annan und das gesamte Personal der Vereinten Nationen ihn 2003 erhielt.
Unter den Finalisten waren in diesem Jahr außerdem eine Menschenrechtsaktivistin aus Guatemala und ein Schriftsteller aus Eritrea. 2016 wurden die Jesidinnen und ehemaligen IS-Gefangenen Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar ausgezeichnet.
Übergeben wird der mit 50-tausend Euro dotierte und seit 1988 jährlich vergebene Preis am 13. Dezember in einer feierlichen Sitzung im Europäischen Parlament in Straßburg.