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USA: Proteste für 60.000 haitianische Erdbebenflüchtlinge

US-Behörden haben Anfang der Woche entschieden, den vorübergehenden Aufenthaltsstatus von rund 60.000 Haitianern ab 2019 nicht mehr zu verlängern.

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Donald Trump soll sie hören: Hunderte Menschen haben in der Nähe des Zweitwohnsitzes vom US-Präsidenten in Palm Beach (Florida) gegen die Entscheidung der Behörden knapp 60.000 Menschen aus Haiti in ihre Heimat zurückzuschicken, protestiert. Diese waren vor sieben Jahren nach dem schweren Erdbeben in die USA geflüchtet und erhielten den vorübergehenden Schutzstatus TPS (Temporary Protected Status).

“Es gibt keinen Grund, 60.000 Haitianer zurück in ein Land zu schicken, das sie nicht aufnehmen kann”, twitterte der demokratische Senator Bill Nelson.


“Ich war nach dem Erdbeben 2010 und nach dem Hurrikan Matthew im Jahr 2016 persönlich auf Haiti. Ich kann bestätigen, dass Haiti nicht bereit ist, fast 60.000 Menschen, die einen vorübergehenden Aufenthaltsstatus haben, unter diesen schwierigen Bedingungen zu empfangen”, kommentierte auch die republikanische Parlamentarierin Ileana Ros-Lehtinen auf Twitter.


Auch in New York ist die haitianische Gemeinschaft auf die Straße gegangen. Dabei wurde sie von lokalen Politikern unterstützt, die die Unmenschlichkeit der Entscheidung anprangern. Demonstranten schwenkten Plakate mit der Aufschrift “HereToStay”.

Die betroffenen Haitianer haben 18 Monate Zeit, ihre Rückkehr vorzubereiten – das teilte das US-Heimatschutzministerium am Anfang der Woche mit. Alternativ könnten sie auch versuchen, ein US-Visum oder einen anderen Aufenthaltsstatus für die USA zu erlangen.

Die Verhältnisse in der Karibikrepublik hätten sich seit dem folgenschweren Erdbeben inzwischen verbessert, so die Begründung. Ein Schutz sei nicht länger erforderlich.

“Die meisten Haitianer leben in Armut”

Haiti ist mit Abstand das ärmste Land des amerikanischen Kontinents. In der Hauptstadt Port-au-Prince wird die Entscheidung mit Sorge betrachtet.

“Die Amerikaner wollen den Haitianern ihren vorübergehenden Aufenthaltsstatus entziehen”, sagt ein Einwohner der Hauptstadt. “Das ist ein Verbrechen, wenn man sieht, wie es um unser Land steht. Die meisten Haitianer leben in Armut. Wenn all diese Menschen zurückkommen, wird es für sie schlimmer, als nach dem Erdbeben.”

Die Lage in Haiti bleibt nach Einschätzung der Vereinten Nationen politisch fragil. In Washington hieß es, die angekündigte Vorlaufzeit soll es dem Land ermöglichen, Vorkehrungen für die Aufnahme Zehntausender Landsleute zu treffen.

Im Januar 2010 hatte ein verheerendes Erdbeben der Stärke 7,0 die Karibikinsel getroffen. Mehr als 220 000 Menschen kamen ums Leben. Große Teile der Hauptstadt wurden zerstört. Eine Choleraepidemie und weitere Wirbelstürme wie Hurrikan Matthew im vergangenen Jahr haben den Wiederaufbau auf Haiti erschwert.