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600 Auschwitz-Exponate in Wanderausstellung

Für jüngere Generationen ist der Holocaust nur noch ein dunkles Kapitel der Geschichte. Die Organisatoren einer Wanderausstellung über Auschwitz kämpfen dafür, dass es nicht in Vergessenheit gerät.

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600 Auschwitz-Exponate in Wanderausstellung

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Rund 73 Jahre nach der Befreiung von Ausschwitz hat in Madrid eine Wanderausstellung über das NS-Konzentrationslager begonnen.

Es ist das erste Mal, dass zahlreiche Zeitdokumente aus Auschwitz außerhalb Polens gezeigt werden. Der Diektor des Ausstellungsprojektes, Luis Ferreiro, erklärt: „Diese Gegenstände sind Beweisstücke, Stimmen. Mit dem Tod immer mehr Auschwitz-Überblender werden diese Exponate bald die einzigen Stimmen sein, die uns diese Geschichte erzählen können.“

Unter den 600 Ausstellungsstücken: Persönliche Gegenstände, Häftlingsuniformen, Lagerbaracken und auch Zeugnisse des KZ-Personals. In Zeiten zunehmenden Nationalismus wollen die Organisatoren auf seine Gefahren hinweisen.

„Wir wollen mit der Ausstellung unter anderem zeigen, dass eine der Grundursachen, die zu Auschwitz führten, Lügen waren. Lügen über andere Menschen. Und durch diese Lügen wurde der Wunsch nach einer gewalttätigen Lösung für Probleme geschaffen, die in den Köpfen der lügenden Menschen umhergeisterten. Heute haben wir wieder eine Gesellschaft, in der Lügen überhandnehmen – in einer Art und Weise, die wir uns vor zehn, zwanzig Jahren nie hätten vorstellen können. Wir leben in einer Zeit der Fake News“, sagt Kurator und Historiker Robert Jan Van Pelt.

Nach der ersten Station Madrid soll die Schau in 13 weitere Städte in Europa und Nordamerika weiterwandern. Ob sie auch nach Deutschland kommt, ist noch unklar.