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Tummeln sich Steuerhinterzieher und Geldwäscher bei Airbnb?

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Tummeln sich Steuerhinterzieher und Geldwäscher bei Airbnb?

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Die digitale Vermietungsplattform Airbnb, San Francisco, USA, ist in den Geruch geraten, Steuerhinterzieher zu unterstützen. Airbnb bietet Vermietern eine Guthabenkarte an, die aussieht wie eine Mastercard, namens Payoneer. Die für Europa zuständige Zweigstelle des US-Unternehmens sitzt in Gibraltar. Damit kann der Airbnb-Vermieter die erhaltenen Mieteinnahmen ausgeben. Sein Fiskus sieht den Zahlungsstrom nur, wenn er ihm freiwillig gemeldet wird.

"Die Konten dahinter gelten nicht als Bankkonten", so Eric Vernier, französischer Forscher und Experte für Steueroasen. Die internationalen Vereinbarungen über den Austausch von Bankinformationen gelten für sie nicht. Sehr praktisch für Leute, die nicht zeigen wollen, dass sie Geld außerhalb ihres Wohnsitzlandes haben ".

Nach Medienberichten („France Info“) hat eine Person im französischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen bestätigt, dass derartige Transaktionen am – französischen – Fiskus vorbeilaufen. Gleichzeitig geriet die Datenpolitik bei Airbnb unter Verdacht – nach Medienberichten („France Info“) werden die persönlichen Angaben der Vermieter kaum überprüft.

Kommentar von Airbnb: "Wir erinnern sie an die Notwendigkeit, sich über die geltenden Steuervorschriften zu informieren und sie einzuhalten".

GELDWÄSCHE

Die Plattform war Ende November in den Verdacht geraten, Geldwäsche zu begünstigen, so ein Bericht („Reuters“). Laut „Daily Beast“ wüschen russische Betrüger über den Dienst Geld von gestohlenen Kreditkartendaten und ließen sich dabei von korrupten Gastgebern helfen.

Das soll so gehen: Der Betrüger bucht sich über ein geklautes oder eigens erstelltes Airbnb-Nutzerkonto bei einem Komplizen ein, überweist ihm nach der angeblichen Übernachtung via Airbnb das geklaute Geld und lässt sich einen Teil des so gewaschenen Geldes vom Komplizen zurückzahlen. Angeblich würden so Zahlungen bis zu 3.000 Dollar in einer Transaktion getätigt. Die Betrüger seien in Russland und Europa aktiv, aber der mögliche Schaden sei nicht bekannt.

Airbnb weist dazu auf seine Algorithmen hin, die mithilfe maschinellen Lernens "auffällige Aktivitäten" erkennen und verhindern sollen. Man benutze "Mikro-Authorisierungsverzögerungen und 3D-Secure, um zu bestimmen, ob eine Kreditkarte von ihrem Besitzer benutzt wird" und schätze so auch das Risiko einer jeweiligen Transaktionen ein.

su mit Reuters