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Nach Hass-Postings: #flowerrain für das Neujahrsbaby

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Nach Hass-Postings: #flowerrain für das Neujahrsbaby

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Die kleine Asel ist ein Wiener Neujahrsbaby. 47 Minuten nach Mitternacht kam sie auf die Welt. Ihre glücklichen Eltern ließen sich nur zu gerne ablichten, nicht ahnend, dass sie damit einen unfassbaren Shitstorm auslösen würden. 

Berichte über das Neujahrsbaby in den Online-Portalen führten zu zahlreichen Hassekommentaren, die sich vor allem auf den türkischen Hintergrund der Familie bezogen - und das Kopftuch der Mutter. 

Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner startete daraufhin einen Aufruf, die Eltern auf sozialen Plattformen mit Glückwünschen zu überhäufen. Auf Facebook kamen so innerhalb kurzer Zeit Tausende positive Meldungen zusammen.

"Das ist nicht nur ein Shitstorm, sondern das ist ganz klar Gewalt durch Worte", so Schwertner. "Ich glaube, hier ist eine neue Dimension erreicht, wenn sich diese Gewalt an ein Neugeborenes richtet, an ein unschuldiges Baby und an die Familie dieses Neugeborenen. Und es ist klar zu verurteilen, als auch klar zu benennen, dass einige dieser Meldungen klar rechtlich verfolgt werden können."

Die Wiener Initiative Netpeace hat einige der Hasskommentare für eine Strafverfolgung gesammelt. Auch die Beratungsstelle #gegenhassimnetz hat beim Verfassungsschutz bereits etliche Kommentare zur Anzeige gebracht. 

So wie sie das fast wöchentlich machen muss, sagt Barbara Unterlechner. "Wir haben in den letzten Monaten sehr stark beobachtet, dass die Zielgruppe, auf die sich Hass-Postings beziehen, ganz stark in Richtung anti-muslimischer Rassismus geht. Also, das ist ein Trend, der sich hält. Und es ist momentan nicht zu beobachten, dass sich das bessert."

Mehr als 20.000 positive Kommentare hat Klaus Schwertners Initiative #flowerrain (Blumenregen) bereits gesammelt. Er wolle den Eltern später alle Glückwünsche in Buchform schenken.