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Ein Jahr Trump: Was wurde aus seinen großen Versprechen?

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Ein Jahr Trump: Was wurde aus seinen großen Versprechen?

Donald Trump nach seine Rede zur Amtseinführung
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Reuters/Lucy Nicholson)
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Washington, vor einem Jahr. Donald Trump hat den Amsteid abgelegt. Er ist nun der 45. Präsident der Vereinigten Staaten.

Seine Antrittsrede ist kurz, nur 16 Minuten lang. Aber sie ist präzise und wiederholt, was er im Wahlkampf immer wieder gesagt hat:

"America first, America first!"

Trump: "Wir sind eine Nation, und der Schmerz einiger ist der Schmerz aller, der Traum einiger ist unser Traum, und der Erfolg einiger ist unser aller Erfolg. Wir teilen ein Herz, ein Zuhause und ein ruhmreiches Schicksal. Mein Amtseid ist eine Verpflichtung gegenüber allen Amerikanern."

Doch die Realität nach einem Jahr Trump sieht anders aus. Denn Trumps beschworene Solidarität hört bei der Krankenversicherung auf. Sein Wahlkampfversprechen, das nach seinem Vorgänger benannte Gesundheitssystem abzuschaffen, mißlang. Obamacare ist immer noch Gesetz, weil es die Republikaner trotz Mehrheit nicht schafften, es durch etwas Adäquates zu ersetzen.

Trump: "Wir werden die Menschen weg von der Stütze wieder hin zu Arbeit bringen und unser Land mit amerikanischen Händen wieder aufbauen."

Im Wahlkampf versprach Trump massenweise neue Industriejobs zu schaffen. Bislang geschah dies nur in bescheidenem Maße. Einige Autobauer etwa setzten einige lange geplante Investitionen um, aber arbeiten tun in erster Linie Roboter. Und der siechende Kohlenbergbau, den Trump zu revitalisieren versprach, wartet auf Impulse bislang vergebens.

Trump: "Wir müssen unserer Grenze beschützen und verhindern, dass andere Länder unsere Unternehmen und Jobs stehlen."

Trumps berühmtes Versprechen, eine Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko zu bauen, blieb in seinem ersten Amtsjahr leer. Allenfalls Prototypen von Baufirmen sind zu besichtigen. Der Kongress zeigte bisher keinen Willen, die Milliarden schweren Kosten zu übernehmen. Und daran dürfte sich zunächst einmal auch nichts ändern. Aber zahlen sollte ja laut Trump auch Mexiko - aber auch daraus wird wohl nichts.

Nach einem Jahr Trump ist ein Super-Patriotismus ins Weiße Haus eingezogen, der manchmal ein wenig komisch wirkt - etwa dann, wenn das US-Publikum feststellt, dass der Präsident die Hymne des Landes nur bruchstückhaft mitsingen kann.

Aber was solls. Das zweite Jahr dürfte dem ersten an Unterhaltungswert in nichts nachstehen.