Eilmeldung

Eilmeldung

Horror-Haus in Kalifornien: Eltern plädieren auf "nicht schuldig"

Sie lesen gerade:

Horror-Haus in Kalifornien: Eltern plädieren auf "nicht schuldig"

Horror-Haus in Kalifornien: Eltern plädieren auf "nicht schuldig"
Schriftgrösse Aa Aa

Das kalifornische Paar, das seine 13 Kinder unter grausamen Bedingungen gefangengehalten haben soll, hat vor Gericht auf "nicht schuldig" plädiert. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Riverside mit. Der nächste Gerichtstermin wurde auf Ende Februar festgesetzt.

"Wir werden Mr. Turpin vehement verteidigen. Und wie Herr Zimel bereits sagte, wird der Fall vor Gericht und nicht in den Medien verhandelt", sagte David Macher, der Anwalt von David Turpin.

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll die Misshandlung der Geschwister im Alter zwischen zwei und 29 Jahren vor vielen Jahren begonnen haben. Die Kinder sollen zur Strafe oft geschlagen, mit Ketten gefesselt und an ihr Bett gebunden worden sein.

"Alle Opfer waren und sind extrem unterernährt, insbesondere durch Kalorienmangel in Verbindung mit Muskelschwund. Um ihnen ein Beispiel zu geben, eines der Kinder im Alter von 12 Jahren hat das Gewicht eines durchschnittlichen siebenjährigen Kindes. Das 29-jährige weibliche Opfer wiegt 82 Pfund (umgerechnet 37 Kilogramm.)", erklärte Staatsanwalt Mike Hestrin.

Das Leiden der Kinder

Die Kinder sollen nur einmal am Tag eine rationierte Mahlzeit bekommen haben, Duschen sei zwei Mal jährlich erlaubt gewesen. Keines der Kinder sei je beim Zahnarzt gewesen.

Laut Angaben des Staatsanwalts dauerten die Bestrafungen wochen- oder sogar monatelang. Das Einzige, was die Kinder tun durften, sei, in Hefte zu schreiben. Hunderte von diesen Tagebüchern wurden im Haus der Familie gefunden. Sie werden ein bedeutender Teil der Untersuchung sein.

Motive bisher unklar

Warum das Paar aus der Stadt Perris südöstlich von Los Angeles seine Kinder derart misshandelte, bleibt unklar. Nach Polizeiangaben seien der 57-Jährige und seine 49-jährige Frau religiös. Man könne aber nicht sagen, ob dies eine Rolle beim Missbrauch der Kinder gespielt habe.

Die Angeklagte Louise Turpin habe das Leid ihrer unterernährten Kinder einfach weggelacht. Das sagte ihre Schwester gegenüber "NBC": "Ich machte immer Kommentare und sagte: 'Mein Gott, sie sind so dünn'. Louise lachte einfach und sagte: 'Naja, David ist so groß und schlaksig. Sie werden wie er aussehen.' Die Schwester Teresa Robinette: "Die Kinder durften nicht auf Dates gehen und hatten kein Sozialleben. Sie durften kein Fernsehen schauen. Sie durften nicht telefonieren oder Freunde zu Besuch haben. Normale Sachen, die Kinder tun."

Exklusives NBC-Interview

Gegenüber amerikanischen Medien äußerten sich ehemalige Nachbarn und Familienmitglieder des angeklagten Paares.

Im Falle einer Verurteilung in allen Anklagepunkten wie Folter, schwerer Misshandlung und Kindesgefährdung drohen den Eltern jeweils 94 Jahre bis zu lebenslängliche Haft.