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Grausliche Details zum Tod des deutschen IS-Rappers Cuspert (42†)

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Grausliche Details zum Tod des deutschen IS-Rappers Cuspert (42†)

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Auf dem Foto trägt der ehemalige deutsche Rap-Musiker Denis Cuspert eine hellblaue Jogging-Jacke mit drei hellen Streifen. Das Gesicht ist selbst auf der Terrorismus-Website der Intelligence Group verpixelt, aber offenbar haben Familienangehörige des langjährigen und schon mehrfach totgesagten IS-Kämpfers bestätigt, dass es sich auf dem Bild von SITE um Denis Cuspert handelt. Er liegt auf dem Foto blutverschmiert auf einer Decke.

Der Kampfname von Denis Cuspert war Abu Talha Al-Almani, der Deutsche. Als Rapper hatte er sich Deso Dogg genannt.

Cuspert hatte Deutschland 2012 verlassen und war zunächst nach Ägypten gereist.

Aufgewachsen n Berlin, versuchte sich der Deutsch-Ghanaer Cuspert zunächst als Gangsta-Rapper. Er war in kriminellen Kreisen unterwegs und hatte mit Drogen und Gewalt zu tun.

Irgendwann driftete er ab in die islamistische Szene und wurde einer ihrer führenden Köpfe – in der inzwischen verbotenen salafistischen Vereinigung “Millatu Ibrahim”. Er reiste durch Deutschland, hielt Vorträge und verbreitete seine Botschaften in zahlreichen Moscheen von Berlin über das schleswig-holsteinische Pinneberg bis nach NRW.

In Syrien schwor Cuspert 2014 einen Treueeid auf den IS-Anführer Abu Bakr Al-Bagdadi. Anfang 2015 setzten die USA den Deutschen auf ihre Terroristenliste.

Mit FBI-Agentin verheiratet

Als IS-Dschihadist bekannt war er für seine Auftritte in Terror-Videos und dafür, dass er eine FBI-Agentin, die auf ihn angesetzt war, geheiratet haben soll. Laut CNN war der Name der Frau Daniela Greene. Sie hat die Heirat später bereut, ist in die USa zurückgekehrt und wurde wegen der Ehe mit dem deutschen Dschihadisten verurteilt.

Per Internet hetzte er aus den Kampfgebieten gegen die «Ungläubigen» der westlichen Welt, rief zu Gewalt und Anschlägen auf, und zur Ausreise in die Dschihad-Gebiete. Immer wieder tauchte er in Videos auf, galt als Anführer der «Deutschen Brigade Millatu Ibrahim», in der sich zeitweise zahlreiche deutsche Islamisten in Syrien zusammengefunden hatten. Der Berliner Verfassungsschutz zählte ihn in einer Analyse zur “Prominenz der salafistischen Szene in Deutschland”, mit “exponierter Stellung” und “direktem Zugang zu Führungskreisen des IS”.

In den vergangenen Jahren wurde es stiller um Cuspert – wenn man einmal von den wiederkehrenden Todesmeldungen absieht. Er soll schon vor längerer Zeit bei Kämpfen verletzt worden sein. Wie schwer, das blieb unklar. Möglicherweise so schwer, dass er als Protagonist für schneidige Videos unbrauchbar war. Seine Stimme allerdings wurde immer mal wieder für Propagandaclips genutzt. Offen blieb dabei, ob das Aufnahmen aus der Konserve waren. Aber verschwunden ist er nie ganz aus dem Propaganda-Apparat der IS-Leute. Denn eine Kultfigur blieb er doch, zumindest für die deutsche Islamistenszene.

Der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, geht davon aus, dass Cuspert tot ist. Es solle am Mittwoch zusammen mit 14 weiteren IS-Anhängern bei einem Luftangriff in der Stadt Raranidsch in der syrischen Provinz Dair as-Saur getötet worden sein, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Beobachtungsgruppe hat ihren Sitz in Großbritannien, bezieht ihre Informationen aber aus einem breiten Netzwerk in Syrien.

Ganz sicher ist offenbar auch jetzt nicht, dass der zuvor mehrfach totgesagte Denis Cuspert wirklich tot ist. Die DNA-Analyse stelt aus. Auch das Aussenministerium in Berlin hat Ermittlungen eingeleitet.