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Schüler und Pornografie - Island ist alarmiert

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Schüler und Pornografie - Island ist alarmiert

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Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Island guckt Pornos. Aufgeschreckt durch eine neue Studie verlangen Sexologen deshalb vorsorgende Maßnahmen, um - wie es heißt - Irreführungen und Wahnvorstellungen zu vermeiden. Schüler der Réttarholtsskóli-Schule in Reykjavik sind sich des Problems bewusst.

Der 15-jährige Bragi Geir Bjarnason stellte fest:

"Nicht jeder guckt Pornos, aber eine grosse Mehrheit. Darunter sind vor allem Jungen, weil es heute leicht ist, Zugang zu Pornos zu bekommen. Vor allem das Aussehen steht im Vordergrund, gerade für jüngere Kinder beeinflusst das das Selbstbild. Jedes Mädchen rasiert sich, Jungen nicht so sehr. Die fühlen sich aber angreifbar durch die Darstellung von Genitalien in Pornos. Auch wenn man eigentlich normal ist, kann man sich durch Pornografie anders fühlen."

Seine 14-jährige Mitschülerin Sara Guðnadóttir meinte:

"Einige Jungen sind sehr fordernd. Ich denke, dass Pornos die Selbstwahrnehmung von Frauen ändern. Jungen sprechen über große Brüste und Pos. Mädchen sollen sehr schlank sein. Sie nehmen das hin, weil sie denken: Wenn ich ich nicht dem entspreche, worüber die Jungen reden, dann bin ich nicht heiss genug."

Die Gefahr, zwischen expliziten Darstellungen im Internet, eigenem Anspruchsdenken und der Wirklichkeit die Orientierung zu verlieren, scheint groß. Sexologin Dagbjört Ásbjörnsdóttir vom isländischen Ministerium für Bildung und Jugend sagte:

"Ich werde durch die Wissenschaft in meiner Ansicht bestärkt, dass Pornos die Vorstellungen der Kinder von Sex beeinflussen. Das zeigt uns, dass wir reagieren müssen, bevor ein Schaden entsteht. Wir müssen also Kinder davon abhalten, online Dinge zu sehen, die sie schädigen können oder sie in die Irre führen."

Der frühe Kontakt mit Pornographie ist kein isländisches Phänomen. Bei zwei repräsentativen "Umfragen in Deutschland":https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=37983&cHash=91bc3a6dc5c6b9304555ab08df7da545 gaben Ende 2017 fast die Hälfte der befragten Jugendlichen an, bereits Hardcore-Pornografie mit entblößten Geschlechtsteilen gesehen zu haben.