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"Das sind die Momente, in denen etwas Interessantes passiert!"

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"Das sind die Momente, in denen etwas Interessantes passiert!"

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Der französische Tenor Benjamin Bernheim hat kürzlich an der Wiener Staatsoper sein Debüt als "Nemorino" in Gaetano Donizettis "L'Elisir d'Amore" ("Der Liebestrank") gegeben. Nicht nur die Rolle war für ihn neu - auch das Opernhaus in Wien musste er erst einmal für sich entdecken. Kurz vor dem Auftritt lud er uns in seine Garderobe ein, während er von seiner Maskenbildnerin geschminkt wurde, und ließ uns an einem besonderen Augenblick teilhaben...

"Es sind jetzt noch etwa eineinviertel Stunden vor der Aufführung. Ich freue mich darauf!"

"Da ich hier zum ersten Mal singe, und außerdem das erste Mal in dieser Rolle, möchte ich meinen Part nur einfach in Ruhe durchsingen. Und wenn es dem Publikum dann auch noch gefällt, dann werde ich natürlich froh sein!"

Anne Glémarec, euronews:

"Konnten Sie sich schon die Bühne ansehen?"

Benjamin Bernheim: "Nein, ich gehe dort in zehn Minuten hin. Ich werde die Inszenierung überhaupt erstmal kennenlernen - das Bühnenbild, den Klang, das Holz, den Geruch. Das sind die Augenblicke, in denen man am meisten Kreativität entfaltet, denn man findet sich in einer völlig neuen Umgebung wieder, nicht in einer, die man schon kennt. Und das sind meist die Momente, in denen etwas Interessantes passiert!"

"Normalerweise gehe ich jedes Mal, wenn ich singe, auch wenn es nicht eine neue Rolle ist, sondern eine Wiederaufnahme - immer vor Beginn der Oper auf die Bühne, einfach, um mich zu 'imprägnieren', um die Szene und die Energie in mich aufzusaugen. Das mache ich immer so. Und ich komme immer möglichst früh, denn ich liebe es, mich im Opernhaus ganz in Ruhe fühlen zu können und das Haus zu spüren."

"Ich habe mich vor ein paar Minuten eingesungen - ganz in Ruhe, ganz sanft, ohne es zu übertreiben. Normalerweise achte ich darauf, am Tag zuvor möglichst nicht zu singen, ich versuche, die Energie maximal aufzusparen. Das ist ein gesunder Lebensstil, man muss lernen, sich selbst zu kennen. Man muss sehr auf sich hören - auf den eigenen Körper, auf die eigene Stimme. Und viel Respekt gegenüber unserem Instrument haben."

"Man verlangt einer Opernstimme nicht Dasselbe ab wie einer Rockstimme. Man singt ohne Mikrophon, ohne klangliche Verstärkung, es ist einzig die Stimme im Raum, die das Orchester übertönen muss - und das erfordert viel Ernst bei der Sache."

Und dann steht er auf und geht: "Es ist Zeit!"​

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