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„Noch alle Tassen im Schrank?" Cem Özdemir beklagt Terrorismusvorwurf

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„Noch alle Tassen im Schrank?" Cem Özdemir beklagt Terrorismusvorwurf

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Während Deniz Yücel nach seiner Entlassung aus türkischer Haft und seiner Rückkehr nach Deutschland mittlerweile an einem unbekannten Ort im Ausland weilt, sitzen noch fünf weitere deutsche Staatsbürger in der Türkei aus politischen Gründen hinter Gittern.

Laut Ministerpräsident Binali Yıldırım hätten die Deutschen Kontakt zu Putschisten gehabt. Zugleich betonte Yildirim während der Sicherheitskonferenz in München, in Deutschland befänden sich mehr als 3000 Türken in Haft. „Es spielt keine Rolle ob es sich um politische Gefangene handelt oder nicht, wenn sie im Gefängnis sind“, so Yildirim gegenüber der Deutschen Presse Agentur. Ungeachtet dessen gebe es in Ankara wie in Berlin den Willen, das türkisch-deutsche Verhältnis weiter zu verbessern, so Yildirim.

Binali Yıldırım

Der deutsche Grünen-Abgeordnete Cem Özdemir hingegen sieht die Beziehung keinesfalls auf einem guten Weg. Als Teilnehmer der Münchener Sicherheitskonferenz war er im selben Hotel untergebracht wie Yildirim und der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Özdemir beklagte, von türkischer Seite als Terrorist bezeichnet worden zu sein.

Özdemir: „Habt Ihr noch alle Tassen im Schrank?“

„Wenn Vertreter eines Landes, das ein Folterstaat ist, ein Unrechtsregime ist, in dem Urteile des Verfassungsgerichts außer Kraft gesetzt werden, Journalisten zu lebenslänglicher Haft verurteilt werden, deutsche Staatsbürger willkürlich im Gefängnis verschwinden, ohne dass ihnen irgendwas zur Last gelegt wird. Wenn Vertreter dieses Landes den Abgeordneten eines deutschen Bundestages als Terroristen bezeichnen, dann könnte eine mögliche Reaktion, wenn alles normal wäre, auch darin bestehen, dass man sagt: Habt Ihr noch alle Tassen im Schrank? Wann nehmt Ihr das zurück?“, sagte Özdemir.

Der türkische Außenminister Cavusoglu wies Özdemirs Vorwurf, als Terrorist bezeichnet worden zu sein, als Lüge zurück. „Er verliert Einfluss und wird sogar in seiner eigenen Partei diskriminiert. Ich glaube, er will wieder populär oder zumindest sichtbarer werden", sagte Cavusoglu.