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Ostersamstag: Streik bei Carrefour

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Ostersamstag: Streik bei Carrefour

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REUTERS/Eric Gaillard
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Der Samstag vor Ostern ist nach dem Samstag vor Weihnachten der Tag, an dem die Carrefour-Supermärkte in Frankreich am meisten Umsatz machen. Und genau an diesem Ostersamstag streiken die Angestellten von Carrefour gegen den geplanten Stellenabbau.

Der erst seit gut einem halben Jahr amtierende neue Chef des französischen Handelsriesen Carrefour, Alexandre Bompard, verordnet dem Konzern einen radikalen Umbau. Bis 2020 will der Manager jährlich 2 Milliarden Euro sparen, wie Carrefour am Dienstag bei der Präsentation der neuen Strategie ankündigte. Dafür will der Konzern seine Belegschaft am Firmensitz in Boulognne-Billancourt reduzieren, insgesamt sollen in Frankreich 2400 Stellen wegfallen - auf freiwilliger Basis. Gleichzeitig plant der Konzern einen Strategieschwenk, dabei geht es etwa den großflächigen Hypermärkten und zahlreichen Dia-Filialen an den Kragen.

Französische Medien berichten, dass beispielsweise in Antibes in Südfrankreich die Carrefour-Supermärkte schon am Samstagmorgen blockiert waren.

Mit dem Umbau reagiert Bompard auf die veränderten Einkaufsgewohnheiten vieler Kunden, die Carrefour in den vergangenen Jahren in der eigenen Bilanz unsanft zu spüren bekommen hatte. Man kämpfe derzeit mit einer tiefgehenden und weltweiten Umwälzung, teilte der Konzern nun mit.

Seit 2007 sind die Gewinne bei Carrefour um rund zwei Drittel gesunken. Konkurrenz durch Online-Anbieter und spezialisierte Händler machen dem Konzern das Leben schwer, ebenso wie ein Preiskrieg mit den anderen französischen Supermarkt-Rivalen. Carrefours Anteile auf dem heimischen Markt gingen Marktforschern zufolge zurück.

Bompard will nun durch eine Erneuerung des Produktangebotes allein in Frankreich bis 2022 eine Million neue Kunden hinzugewinnen. Der Umsatz mit Bio-Produkten soll sich auf 5 Milliarden Euro mehr als verdreifachen. Dafür will der Handelsriese in den kommenden fünf Jahren knapp 3 Milliarden Euro in sein Online-Geschäft investieren. Die großflächigen Hypermärkte, die zumeist vor den Toren der Stadt liegen, sollen im Gegenzug verkleinert werden. Gleichzeitig sollen in den kommenden fünf Jahren 2000 Märkte mit einem gestrafften Produktangebot in größeren Städten eröffnen. Auch die Zahl der einst von der spanischen Dia-Kette übernommenen Filialen will Carrefour reduzieren.

In Lille und an anderen Orten unstreichen die streikenden Angestellten, dass sie mit den Kunden zusammen handeln wollen - und nicht gegen sie.