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Heimweh und Angst: Afghanische Flüchtlinge in der Türkei

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Heimweh und Angst: Afghanische Flüchtlinge in der Türkei

Heimweh und Angst: Afghanische Flüchtlinge in der Türkei
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Sunnatilla Rasulbek ist 22 Jahre alt. Er ist 2000 Kilometer entfernt von seinem Zuhause in Mazar-e-Sharif im Norden Afghanistans an der Grenze zu Usbekistan. Auf Usbekisch sagt er: "Ich will arbeiten. Bei uns gibt es keine Jobs. Ich brauche Geld für meine alten Eltern zuhause. Bei uns ist Krieg."

Sunnatilla ist jetzt mehrere Tage im Regen marschiert und hat die Grenze zwischen dem Iran und der Türkei überschritten. Er ist auf dem Weg in die türkische Stadt Sivas. Von dort aus plant er, sich bis nach Istanbul durchzuschlagen und dort zu arbeiten.

Sunnatilla: "Bei uns ist Krieg."

Angst vor Selbstmordattentaten

Auch Aisha, die Mutter eines kleinen Jungen, ist bereit, jede Art Job anzunehmen. In einem Schnellimbiss in einem Grenzort hat der Eigentümer ihr erlaubt, sich ein wenig auszuruhen.

Der Kleine ist mit Mutter Aisha auf der Flucht.

Aisha sagt: "Ich mache jede Arbeit. Ich brauche Geld, mein Sohn hustet und erbricht sich. Ich bin geflohen wegen der Selbstmordattacken in Afghanistan. Ich weiß nicht, ob ich je zurückkehren kann."

Imbiss an der Grenze zwischen Iran und Türkei

In einem Zentrum für Flüchtlinge hängen Bilder an der Wand, die die Geschichten der Menschen erzählen, Geschichten von Heimweh und Angst.

Seit Beginn des Jahres sind 30.000 Flüchtlinge aus Afghanistan in die Türkei gekommen. Im April flog die Türkei 7100 Afghanen zurück nach Kabul. Amnesty International hatte die Rückführung der Afghanen als "grausame Entscheidung" bezeichnet.

Zahlen des Innenministeriums

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu gab an, 29.899 Afghanen seien seit Januar 2018 in der Türkei erfasst worden. Im ganzen Jahr 2017 waren es 45.259. 1328 Menschenschmuggler seien festgenommen worden. "Wir haben es mit einer neuen Welle von Flüchtlingen aus Afghanistan zu tun", sagte der Minister.

Die Türkei hat bereits 3,5 Millionen Syrer im Land. Die Zahl der Afghanen erscheint im Vergleich dazu gering, doch die Kapazitäten sind erschöpft. Die Türkei will ihre Grenzen dicht machen. Diese jungen Männer wollen es vorher noch schaffen, um jeden Preis.

Die Füße tun weh.