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Israel wirft Iran "Lügen" nach Abschluss des Atomabkommens vor

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Israel wirft Iran "Lügen" nach Abschluss des Atomabkommens vor

Netanjahu präsentiert Dokumente über ein geheimes Atomwaffen-Programm.
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Reuters
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Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat dem Iran vorgeworfen, weiter den Bau einer Atombombe anzustreben. Der Iran habe Forschungen zum Bau einer Atombombe für einen möglichen künftigen Gebrauch heimlich aufbewahrt.

Der Iran hat gelogen

Benjamin Netanjahu Ministerpräsident von Israel

Netanjahu präsentierte in Tel Aviv Dokumente und Bilder aus einem vermeintlich "geheimen Atomarchiv" in Teheran, die Israels Geheimdienst aufgespürt habe und die als Beweis dienen sollen.

Auf Lügen gebaut?

Ferner erklärte Netanjahu, Teheran habe "schamlos gelogen", als es die Existenz eines eigenen Atomwaffenprogramms leugnete. Stattdessen würde der Iran ständig an der Erweiterung seines "nukleartauglichen" Waffenarsenals arbeiten. Es sei ein Ziel des Staats, auch Langstreckenraketen mit Atombomben bestücken zu können.

Netanjahu resümierte, daß das Atomabkommen mit dem Iran auf Lügen basiere. Die Vereinbarung war 2015 getroffen worden. Sie sollte es dem Iran unmöglich machen, Atomwaffen zu entwickeln.

Israels Regierungschef ist ein entschiedener Gegner des Abkommens, das derzeit von den USA auf den Prüfstand gestellt wird. Netanjahu hatte darauf gedrängt, die Vereinbarung nachzubessern oder zu kündigen. Er sagte, US-Präsident Donald Trump werde bei der Überprüfung des Atomabkommens sicherlich "eine richtige Entscheidung" treffen. Diese wird Trump in den kommenden Wochen fällen.

Wir haben das Material an die USA weitergegeben, und die USA können sich für dessen Wahrhaftigkeit verbürgen. Wir werden es auch an andere Länder leiten - und an die internationale Atomenergiebehörde.

Teheran bezeichnete die Präsentation des israelischen Regierungschefs indes als Propaganda. Es ginge ihm darum, Trumps Entscheidung bezüglich des Atomabkommens zu beeinflussen. Er will bis zum 12. Mai eine Entscheidung über das Abkommen fällen. Trump meinte, er habe schon immer gesagt, dass der Iran weiterhin an Atomwaffen forsche.

Zwei Mitarbeiter des US-Geheimdienstes erklärten indes, dass Teheran nicht gegen das Abkommen verstoßen habe. Sie hätten keine neuen oder glaubwürdigen Beweise dafür gesehen.