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LGBT-freundlich? Europas Länder im Vergleich

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LGBT-freundlich? Europas Länder im Vergleich

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REUTERS/Florion Goga
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Länder in ganz Europa müssen mehr tun, um die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen (LGBTI) zu schützen. Das besagt ein neuer Index, nachdem sich die Fortschritte in Gesetzgebung und Politik in der Region verlangsamt haben.

Der "Rainbow Europe"-Index, der am Montag von der Lobbygruppe ILGA-Europe veröffentlicht wurde, ordnet 49 Länder der Region nach ihren LGBTI-Gleichstellungsgesetzen ein und gibt ihnen einen Wert zwischen 0% (grobe Verletzungen der Menschenrechte, Diskriminierung) und 100% (Achtung der Menschenrechte, volle Gleichheit).

Aserbaidschan schneidet in der diesjährigen Rangliste am schlechtesten ab und erreichte weniger als 5%. Besonders schlecht ist demzufolge die Lage in Bereichen wie Gleichstellung und Nichtdiskriminierung, rechtliche Anerkennung von Geschlechtern, Hassverbrechen und die Behandlung von LGBTI in der Zivilgesellschaft.

ILGA-Europe sprach von Polizeirazzien gegen LGBTI-Personen und beleidigende öffentliche Äußerungen von Politikern als Hauptprobleme des Landes.

Armenien, die Türkei und Monaco schnitten ebenfalls schlecht ab in dem Vergleich.

In der Europäischen Union war Lettland mit rund 16% das Land mit der niedrigsten Punktzahl, gefolgt von Polen (18%) und Litauen (21%).

Malta widerum lag bei den LGBTI-Rechten an der Spitze und erzielte im vergangenen Jahr mehr als 91% mit positiven Schritten, wie der Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Eheschließung im Juli.

Belgien, Norwegen, Großbritannien und Finnland erhielten ebenfalls hohe Bewertungen für fortschrittliche LGBTI-Gesetze und -Politiken.

ILGA-Europe stellte jedoch fest, dass nur 16 der 49 untersuchten Länder mehr als 50 % erreichten. Einige Länder, die in der Vergangenheit als "Wegbereiter der Gleichstellung" betrachtet wurden, machten im vergangenen Jahr keine großen Fortschritte.

"Die Annahme, dass der Stand der Dinge bei der LGBTI-Gleichstellung zu 100% positiv ist, wurde deutlich widerlegt. Die Arbeit ist noch lange nicht getan", ILGA-Europe-Exekutivdirektorin Evelyne Paradis im Gespräch mit euronews. Sie forderte Regierungen auf, fortschrittliche Gesetze "voll zu unterstützen" und bestehende Gesetze umzusetzen.

"Die schier unglaublichen Errungenschaften des letzten Jahrzehnts stehen auf dem Spiel. Machen wir nicht den Fehler zu glauben, dass wir die Gleichstellung erreicht haben", so Paradis.

"Es gibt zu viele Anzeichen dafür, dass Trends wie Populismus und Nationalismus nachhaltigen Einfluss auf das Leben der LGBTI-Leute in Europa haben".