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Drohende Einwanderungshaft: Australien sucht nach 50 Teilnehmern der Commonwealth-Spiele

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Drohende Einwanderungshaft: Australien sucht nach 50 Teilnehmern der Commonwealth-Spiele

Commonwealth-Spiele an der Gold Coast in Australien, 3. April 2018.
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REUTERS/David Gray/File Photo
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In Australien suchen die Behörden nach mindestens 50 Teilnehmern der vor einem Monat zu Ende gegangenen Commonwealth-Spiele. Das internationale Sportereignis fand in diesem Jahr an der Goldküste des Landes vom 4. bis 15. April ausgerichtet.

Innenminister Peter Dutton sagte in Canberra, eine Operation sei ins Leben gerufen worden, um die 50 Personen zu finden und sie "in Einwanderungshaft zu nehmen und sie schließlich abzuschieben".

Zudem hätten 190 Personen ein Schutzvisum beantragt, eine Klasse von Visa, die Flüchtlingen vor Verfolgung bewahren soll. Fünfzehn weitere hätten andere Arten von Visa beantragt.

Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass Teilnehmer an großen internationalen Sportveranstaltungen ihre Visa überziehen oder Asyl in den Gastländern beantragen, allerdings ist die Zahl ungewöhnlich hoch.

Mehr als 6.600 Athleten und Mannschaftsoffizielle nahmen an der Veranstaltung 2018 an der subtropischen Goldküste Australiens teil.

Dabei traten einige Athleten, beispielsweise aus Kamerun, nicht an ihren Wettkämpfen an.

Dutton zufolge sollen diejenigen, die Schutzvisa beantragt haben, vorübergehend im Land bleiben dürfen, damit ihre Anträge geprüft und bearbeitet werden könnten.

Migration und Asyl sind auch in Australien politische Streitthemen. Das Land wurde international dafür kritisiert, dass Asylsuchende auf Inseln vor Australien in Lagern leben, in denen oft unmenschliche Bedingungen herrschen.

Zwei solcher Lager sind auf Nauru und Papua-Neuguinea, den pazifischen Inseln nördlich und nordöstliche vor Australien.

Die strengen Einreiseregelungen sollen Menschen von der gefährlichen Reise über das Meer bis nach Australien abhalten.