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"Was zur Hölle ist los in Amerika?" Trump-Berater Bannon in Prag und Budapest

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"Was zur Hölle ist los in Amerika?" Trump-Berater Bannon in Prag und Budapest

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"Was zur Hölle ist los in Amerika?" Unter diesem prägnanten Titel ging jetzt in Prag eine Diskussionsrunde über die Bühne, an der auch Stephen Bannon teilnahm, früherer Top-Berater von Donald Trump.

Aber nicht nur über Amerika, auch über die Entwicklungen in Europa sprach die Gallionsfigur der amerikanischen Rechten.

"Das ist ein weltweiter Aufstand, und er ist in Europa weiter fortgeschritten. In Italien sehen wir eine Mitte-Rechts- und eine populistische Mitte-Links-Partei, die gemeinsam eine Einheitsregierung bilden. Aber der zugrundeliegende Antrieb hinter der Trump-Revolution ist heute sogar stärker als zu der Zeit, als Trump gewählt wurde."

Bannon: "Orbán ist ein Held"

Nächste Station Bannons: Budapest. Eingeladen von der rechtsnationalen Regierung unter Viktor Orbán, wird er auf der Konferenz "Die Zukunft Europas" sprechen. Der Politikwissenschaftler Bulcsú Hunyadi: "Donald Trumps ehemaliger Chefstratege will jetzt zur führenden Kraft der europäischen Populisten und extremen Rechten werden, er will ihnen helfen, deshalb kam er vermutlich nach Ungarn."

In Prag bezeichnete Bannon Orbán erneut als Helden, als eine der herausragenden Figuren des Rechtspopulismus. Die Wertschätzung scheint gegenseitig zu sein.

Der Journalist András Stumpf meint: "Sein Besuch ist schon speziell, wenn man seine anderen Auftritte in Europa betrachtet. Denn nirgendwo sonst wurde er von einer Mainstream-Partei wie der in Ungarn regierenden Fidesz eingeladen."

"Die Linke nennt alle, die nicht ihrer Meinung sind, rechts"

Aber es gibt auch viele, die sich auf Bannons Besuch freuen. Der Politik-Aktivist Zsolt Jeszenszky ist einer von ihnen. "Bannon ist eine interessante Führungsfigur, mehr nicht. Die Bezeichnung "extrem rechts" ist doch nur von denen erfunden worden, die gegen seine Ansichten sind. Die Linke mag es, andere abzustempeln. Für sie sind alle, die nicht ihrer Meinung sind, rechts."

Thema von Bannons Vortrag auf der Konferenz in Budapest: "Trumps Politik und ihre Auswirkungen auf Mitteleuropa." An der Veranstaltung nehmen auch Kulturkritiker wie der Brüsseler Althistoriker David Engels oder der konservative britische Publizist Douglas Murray) teil.

Ungarn fährt rechts

Orbàns Fidesz zählt zwar offiziell zu den christdemokratisch-konservativen Parteien in Europa. De facto fährt sie aber einen deutlich rechtsnationaleren Kurs. Und Orbán hat weder Berühungsängste gegenüber umstrittenen Figuren wie Wladimir Putin oder Recep Tayyip Erdoğan noch gegenüber anderen Vertretern der internationalen rechten Szene.

Zu Jahresbeginn etwa empfing Orbán in Budapest den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders. Und zwei Tage nach Bannon wird Milo Yiannopoulos, ein Star-Blogger der radikalen US-Rechten, in Budapest auftreten - auf Einladung des regierungsnahen "Instituts 21. Jahrhundert".