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Irland stimmt für Abschaffung des Abtreibungsverbots

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Irland stimmt für Abschaffung des Abtreibungsverbots

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In Irland hat sich laut Umfragen eine große Mehrheit der Wähler für die Abschaffung des strengen Abtreibungsverbots ausgesprochen.

Laut Nachwahlbefragungen stimmten in dem Referendum fast 70 Prozent für die Aufhebung eines Verfassungsartikels, der Schwangerschaftsabbrüche praktisch unmöglich macht.

Die Regierung von Premierminister Leo Varadkar hatte sich für Streichung der Bestimmung ausgesprochen. Sollte sich das Ergebnis bestätigen, will sie sich für die Straffreiheit von Abtreibungen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen einsetzen.

"Ich bin begeistert", sagt eine Studentin in Dublin, die mit Ja stimmte. "Es hätte ja so knapp werden können. Ich glaube, viele von uns haben mit einem Nein gerechnet, aber nun scheint es eine große Mehrheit für Ja zu geben. Das ist fantastisch."

Sneha Lichani stammt aus Indien und studiert in Dublin. "Es ist wichtig, dass Frauen ihre eigenen Entscheidungen treffen können", sagt sie. "Warum sollen wir warten, bis Ärzte Nein sagen, und dann unser Leben lang darunter leiden?"

Etwa 3,2 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, über die Streichung oder Beibehaltung eines 1983 eingeführten Verfassungszusatzes abzustimmen, der einem ungeborenen Kind dasselbe Recht auf Leben garantiert wie einer schwangeren Frau. Abtreibungen waren damit nur bei tödlicher Gefahr für die Schwangere zulässig und auch im Fall von Vergewaltigung, Inzest und schwerer Missbildung des Fötus verboten.

Damit hatte Irland eines der strengsten Abtreibungsverbote in der EU. Jedes Jahr reisen Tausende irische Frauen ins Ausland, um legale Abtreibungen vornehmen zu lassen.