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Portugal entscheidet über ein Recht auf Sterbehilfe

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Portugal entscheidet über ein Recht auf Sterbehilfe

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In strömendem Regen haben sich Hunderte Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude in Lissabon versammelt. „Wir Portugiesen wollen keine Sterbehilfe“, steht auf ihren Plakaten.

Drinnen stimmen die Abgeordneten über vier Gesetzesvorlagen ab, mit denen die Beihilfe zum Suizid legalisiert werden soll. Ana Figueiredo gibt das Hoffnung. Ihr Vater nahm sich nach schwerer Krankheit das Leben.

„Er schoss sich mit einer Pistole in die Schläfe, weil er den Schmerz nicht länger aushalten konnte. Er hatte keine Hoffnung mehr, obwohl sein Leben voller Hoffnung gewesen war. Für Menschen wie ihn sollte es einen würdevolleren letzten Ausweg geben“, sagt Figueiredo.

Das Ergebnis der Parlamentsdebatte ist ungewiss. Die Fronten verhärtet – in der Politik wie in der Bevölkerung. Nach Abtreibung und Homoehe hat das katholisch geprägte Portugal ein neues Streitthema gefunden. Doch die Debatte geht über Glaubens- und Parteigrenzen hinaus.

Sara Sepulveda ist gegen ein Recht auf Sterbehilfe. Man dürfe nicht über ein Leben entscheiden, auch nicht über das eigene: „Diese Politiker wollen uns zu medizinischen Scharfrichtern machen, die das Urteil über Leben und Tod von leidenden Menschen fällen. Das wollen wir nicht.“

Kommt die Legalisierung, wäre Portugal eines der wenigen Länder weltweit, in denen Sterbehilfe in bestimmten Fällen erlaubt ist – neben Belgien, Kanada, Kolumbien, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz.