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Frauenanteil unter Migranten nimmt zu

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Frauenanteil unter Migranten nimmt zu

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Immer mehr Frauen schließen sich den globalen Migrationsbewegungen an. Laut dem internationalen Migrationsbericht der Vereinten Nationen für 2017, machen sie mittlerweile 48% der Migranten weltweit aus.

Auf den Europäischen Entwicklungstagen in Brüssel diese Woche wurde das Thema in mehreren Diskussionsforen aufgegriffen.

Esther Nakajjigo, Studentin der Sozialarbeit und Jugendaktivistin aus Uganda fordert, das Thema ernster zu nehmen.

"In meinem Land sind 70% der Bevölkerung jünger als 30 Jahre alt, aber auch arbeitslos, pleite und ohne Hoffnung.

Manche nehmen eine Waffe in die Hand, um ihren Anteil am Wohlstand des Landes zu sichern, andere, vor allem Frauen und ihre Kinder, verlassen das Land."

Viele dieser verarmten Frauen aus Entwicklungsländern finden als privates Dienst- oder Pfelgepersonal Beschäftigung, wo Verletzungen von Arbeitnehmer- und Menschenrechten weit verbreitet, sexuelle Ausbeutung und Belästigung nichts Ungewöhnliches sind.

Aber auch Migrantinnen mit einem hohen Bildungsstand sind mit Hindernissen konfrontiert, hauptsächlich Rassismus.

Marie Chantal Uwitonze kommt aus Ruanda und arbeitet heute beim African Diaspora Network in Brüssel:

"Hier in Brüssel spricht man von Fremden, die nicht Afrikaner sind als 'Expats', aber wir sind 'Migranten'.

Ich sehe mich dagegen als Hochschulabsolventin, die sich nach dem Examen enstchieden hat, in Europa und mit der EU zu arbeiten, weil das für meine Fachrichtung interessant ist. Ich sehe mich nicht als Migrant im Sinne eine Abhängigkeit von hiesigen Sozialsystemen."

Für die Mehrheit der Migrantinnen sieht die Realität allerdings deutlich erschreckender aus: sie sind Gefahren wie Versklavung und Menschenhandel sehr viel mehr ausgesetzt als männliche Migranten.

Laura Thompson, stellvertretende Direktorin der Internationalen Migrationsorganisation (IOM)

erklärte gegenüber Euronews:

"Alle Migranten, die auf irregulären Routen unterwegs sind, sind Gefahren ausgesetzt, aber Frauen deutlich mehr als Männer, ihr Schutzbedarf ist höher."

Demographische Entwicklungen ud die Folgen des Klimawandels auf fragile Gesellschaften werden die Migrationsbewegungen in den kommenden Jahren weiter anwachsen lassen, so die Vereinten Nationen. Deshalb will man im September auf einer intergouvernamentalen Konferenz einen globalen Pakt zu Migration und Asyl vorantreiben. Noch einmal Laura Thompson:

"In den vergangenen Jahren sind immmer mehr Frauen als Familienoberhäupter ausgewandert, das ist eine bedeutende Entwicklung.

Wir müssen uns um bessere Vorschriften für den informellen Arbeitsmarkt, also Haushaltshilfen und private Pflege, bemühen."

Auch die Europäische Union will in den kommenden Monaten einen erneuten Anlauf zur Entwicklung einer gemeinsamen Asylpolitik unternehmen.