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G7: Kommt es zum großen Krach?

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G7: Kommt es zum großen Krach?

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Klimapolitik, Strafzölle, Irandeal: Die Liste der Streitpunkte beim Treffen der führenden Industrienationen in Kanada ist lang.

Donald Trump hat bereits angekündigt, auch in La Malbaie auf dem Handelskriegspfad bleiben zu wollen. Die restlichen sechs Teilnehmer hoffen auf einen Kompromiss im Streit um die neuen US-Strafzölle.

EU und Kanada kündigen Vergeltung an

25 Prozent auf Stahl, zehn auf Aluminum. So hoch ist der Extra-Zoll, den europäische Unternehmen bei Exporten in die USA bezahlen müssen. Geschätzter Wert der betroffenen Produkte: 6 Milliarden Euro pro Jahr.

Die EU will mit Vergeltungszöllen auf US-Waren wie Stahl, Whiskey und Erdnussbutter antworten – im Wert von rund 2,8 Milliarden Euro jährlich. Kanada hat noch deutlichere Gegenmaßnahmen angekündigt. Sie betreffen US-Produkte mit einem Volumen von rund 11 Milliarden Euro.

Trump beeindruckt das nicht, wie der US-Präsident auf Twitter mitteilte. Er werde auf dem Gipfel in Handelsfragen „für sein Land kämpfen.“

Das bekräftigte auch sein Wirtschaftsberater Larry Kudlow: „Präsident Trump macht ganz klar deutlich, dass wir im Sinne seiner Handelsreformbemühungen alles Notwendige tun werden, um die USA, unsere Unternehmen und unsere Arbeitskräfte zu schützen.“

Auch der Rückzug der USA aus dem Atomdeal für Diskussionsstoff in Kanada sorgen. In einem Brief an das Weiße Haus haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien gefordert, EU-Unternehmen Ausnahmen von den Iran-Sanktionen zu gewähren.

EU blickt mit Sorge nach London

London erhofft sich noch mehr Entgegenkommen von Trump. Premierministerin Theresa May will den US-Präsidenten auf dem G7-Gipfel offenbar davon überzeugen, dass Großbritannien auch von den Strafzöllen auf Aluminium und Stahl ausgenommen wird – zumindest nach dem Brexit im kommenden Jahr.

Ein möglicher Alleingang, den die EU-Kommission mit Sorge betrachtet. Sie warnte London vor übereilten Verhandlungen mit Trump. Europa müsse im Handelsstreit „als Block“ agieren.