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Schnellzugstrecke Lyon-Turin: Teuer und umstritten

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Schnellzugstrecke Lyon-Turin: Teuer und umstritten

Schnellzugstrecke Lyon-Turin: Teuer und umstritten
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Über eine Schnellzugverbindung zwischen dem französischen Lyon und Turin in Italien wird bereits seit Anfang der 1990er Jahre gestritten.

Herzstück der Trasse ist ein 57 Kilometer langer Alpentunnel, an dem seit vier Jahren gearbeitet wird. Spätestens 2030 sollen die Züge rollen.

Italiens neue Regierung ist sich angesichts des Riesenverkehrsprojektes uneinig, die Lega ist dafür, die Fünf-Sterne-Bewegung dagegen.

Im Sommer 2017 stellten sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens damaliger Ministerpräsident Paolo Gentiloni demonstrativ hinter das Bauvorhaben. Man habe viel Zeit verloren, weil das Projekt umstritten sei, sei aber entschlossen, es zu einem Erfolg zu machen, versicherte Macron damals.

271 Kilometer soll die Verbindung lang sein - und 45 der 57 Kilometer Tunnelstrecke auf französischem Gebiet liegen. Veranschlagt wurden Kosten von 8,6 Milliarden Euro - nur für die Tunnelarbeiten. Zu 40 Prozent soll die Finanzierung von der Europäischen Union gestemmt werden.

Die geplante Schnellstrecke ist in der Bevölkerung - sowohl in Frankreich als auch in Italien - hoch umstritten: Die Gegner verweisen insbesondere auf Umweltschäden durch die Bauarbeiten und die hohen Kosten. Diese stünden zum Nutzen des Schnellzugs zwischen den beiden Großstädten in keinem angemessenen Verhältnis, argumentieren sie. Immer wieder kommt es zu Demonstrationen, einer der namhaftesten Gegner der Strecke, der italienische Schriftsteller Erri De Luca, musste sich wegen des Vorwurfes des Aufrufs zur Sabotage vor Gericht verantworten, wurde im Oktober 2015 aber freigesprochen.