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Papst-Besuch in Zypern: Vatikan verhilft 50 Gestrandeten zum Neustart

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Von Euronews mit dpa, AFP
Der Papst beim Treffen mit Migranten in der Heiligkreuzkirche in Nikosia
Der Papst beim Treffen mit Migranten in der Heiligkreuzkirche in Nikosia   -   Copyright  Alessandra Tarantino/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

Papst Franziskus hat auf seiner Pilgerreise in Zypern nach einer Messe in der Heiligkreuz-Kirche in Nikosia Geflüchtete getroffen und dabei die Folgen der globalen Migrationskrise gegeißelt. 

Er stellte Schlepper-Kriminalität an den Pranger und beklagte eine zunehmende Gleichgültigkeit der Gesellschaft gegenüber den Schicksalen der Menschen.

An die Anwesenden in der Kirche gerichtet sagte der Pontifex: "Brüder und Schwestern, das passiert heute. Küstenorte in unserer Nähe sind zu Brücken für den Sklavenhandel geworden. Ich habe einige gefilmte Beweise dafür gesehen. Das sind Orte der Folter, an denen Menschen verkauft werden. Ich sage das, weil es meine Verantwortung ist, euch zu helfen, eure Augen zu öffnen."

Dramatische und traurige Schilderungen

Franziskus bedankte sich bei den anwesenden Geflüchteten für die Bereitschaft, über ihre Schicksale und Irrfahrten zu berichten. 

Ein Geflüchteter aus dem Irak erzählte, er sei auch durch Hass verwundet worden: "Ich musste vor Gewalt, Bomben, Messern, Hunger und Schmerz fliehen. Ich wurde über staubige Straßen getrieben, in Lastwagen gestoßen, in Kofferräumen versteckt, in lecke Boote geworfen. Ich wurde betrogen, ausgebeutet, vergessen, verleugnet."

Teenagerin Mariamie stammt aus der Demokratischen Republik Kongo und erläuterte in der Kirche ihre Hoffnungen: "Ich träume davon, Klassenbeste zu sein und Ärztin zu werden. Und ich träume davon, überall willkommen zu sein, hier in der Kirche, in jedem Klassenzimmer und in jedem Laden."

Einiger der Geflüchteten erbarmte sich der Vatikan. Der Heilige Stuhl bestätigte, dass zunächst ein Dutzend der Menschen in den kommenden Wochen nach Rom geflogen werden. 32 Geflüchtete sollen folgen. Die Kosten für Flüge und den Neustart trägt der Vatikan.