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Parlamentswahl in Portugal: erneut niedrige Wahlbeteiligung?

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Von Sérgio Ferreira de Almeida
Parlamentswahl in Portugal: erneut niedrige Wahlbeteiligung?
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Die Portugiesen und Portugiesinnen wählen ein neues Parlament, 230 Sitze sind zu vergeben. Doch die Wahlbeteiligung könnte niedrig ausfallen. Bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen lag der Anteil der NichtwählerInnen bei mehr als 60 Prozent. Wird die Pandemie den Trend verstärken?

Jüngsten Umfragen zufolge wird die Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen in Portugal vergleichsweise niedrig ausfallen. Die Angst vor dem Coronavirus könnte die WählerInnen zu Hause halten, aber es gibt noch andere Gründe, so ein Passant in Lissabon:

"Warum ich nicht wähle? Wegen der Pandemie, gesundheitlicher Probleme. Aber auch, weil alle Parteien viel versprechen. Nur dafür braucht man hier doch Geld im Land und in Wahrheit haben wir große Schulden. Wer etwas verspricht, wird es nur schwer halten können."

Anteil der NichtwählerInnen: 61 Prozent

Nicht nur das Parlament, auch das Staatsoberhaupt wird in Portugal direkt gewählt. Im vergangenen Jahr siegte dabei Marcelo Rebelo de Sousa. Der Anteil der Nichtwähler lag bei 61 Prozent. Gerade junge Leute hatten ihr Wahlrecht nicht wahrgenommen. Eine ältere Damen im Zentrum von Lissabon aber will mit gutem Beispiel vorangehen:

"Ich würde nie darauf verzichten. Das ist meine Pflicht. Aber ich lasse mich nicht täuschen. Wer immer auch an die Macht kommt, sie werden nur wenig oder gar nichts ändern können, glaube ich."

Pandemie als Wahl-Risiko

Eine andere Passantin will ihrem Kind ein Vorbild sein:

"Wählen ist eine Pflicht, aber zu allererst ein Recht und so mancher hat für dieses Recht kämpfen müssen. Es ergibt Sinn, wählen zu gehen und das will ich auch meiner Tochter vorleben: Wählen ist wichtig."

Im Jahr 1975 wurden in Portugal die ersten freien Wahlen nach der Diktatur abgehalten. "Die Quote der Nichtwähler lag bei 8,5 Prozent. Bei den vergangenen Parlamentswahlen waren es 51,4 Prozent. Diese Tendenz könnte sich durch die anhaltende Coronapandemie noch verstärken", so euronews-Korrespondent Sergio de Almeida.