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Kennen Sie schon die Cannabis-Hauptstadt?

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Von Euronews  mit afp
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Kennen Sie schon die Cannabis-Hauptstadt?
Copyright  Tsafrir Abayov/Copyright 2021The Associated Press All rights reserved

In der israelischen Negev-Wüste, weit entfernt von den Wolkenkratzern Tel Avivs, hofft die Stadt Jerocham, zur Cannabis-Hauptstadt und einem internationalen Zentrum für medizinische Cannabis-Technologie zu werden.

Dutzende Start-Ups arbeiten an neuen Einsatzmöglichkeiten der Hanfpflanze. Die Firma CanNegev fördert Jungunternehmen in der Cannabis-Forschung.

"Wir entwickeln diese Technologien für viele Bereiche, zum Beispiel Medikamente im Pharmabereich, Agrartechnologie für die Landwirtschaft, in allen Bereichen, in denen Cannabis eingesetzt werden kann", erklärt Gründer Ziv Bet Or.

Sie würden Ideen entwickeln, Geld investieren und dabei helfen, sie schließlich zu Produkten zu machen - in der Technologie-Talentschmiede.

Die Unternehmer sehen ein lukratives Geschäft mit dem grünen Kraut. Sie erwarten, dass neue Gesetze in Israel zu einem Marktwachstum in dem schnell expandierenden Sektor führen werden.

Die Menschen in Jerocham hoffen, dass mit dem Cannabis die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit von rund acht Prozent in der 12.000-Einwohner-Stadt gesenkt werden kann.

Jerocham gehört zu einer der entlegensten Städte Israels. "Eine vergessenen Stadt", sagte CanNegev-Gründer Zvi Bet Or. Trotzdem soll die Cannabis-Hauptstadt hier entstehen.

Die 37-jährige In Tal Ohana ist seit 2018 die erste Bürgermeisterin von Jerocham. Die Pläne mit dem Cannabis fanden hier ein aufgeschlossenes Publikum. "Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein neuer Markt im Land entsteht", sagt sie.

Ohana wolle alles tun, um in diesem Bereich zur Avantgarde von Wissenschaft und Technologie zu gehören. Sie wolle qualitativ hochwertige Arbeitsplätze schaffen und hohe Einkommen bieten, um neue Arbeitskräfte anzuziehen - mitten in der Negev-Wüste.

Cannabis-Konsum in Israel

Der Freizeitkonsum von Cannabis ist in Israel illegal, wird aber toleriert. Die Behörden haben jedoch in den letzten zehn Jahren die therapeutische Verwendung von Cannabis zur Behandlung von schweren Erkrankungen und posttraumatischem Stress bei ehemaligen Soldaten gefördert.

Im Oktober brachte das israelische Parlament einen Gesetzentwurf ein, der darauf abzielt, medizinisches Cannabis besser verfügbar zu machen.

Das Gesundheitsministerium teilte kürzlich mit, dass es die Möglichkeit prüfe, Cannabidiol (CBD) von der Liste der gefährlichen Drogen zu streichen. Diese Maßnahme könnte eine neue Arena für Unternehmen eröffnen, die CBD-Produkte in großem Umfang vermarkten wollen.

Im Süden Israels, in der Nähe der Stadt Ashdod, baut BOL Pharma jährlich 400.000 Cannabispflanzen auf 3,5 Hektar an, ausschließlich für therapeutische Zwecke.