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"Tief getroffen" - Ex-Papst Benedikt will bei Vorwürfen von Missbrauch nicht als Lügner dastehen

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Von Euronews
Ex-Papst Benedikt - ARCHIVBILD
Ex-Papst Benedikt - ARCHIVBILD   -   Copyright  Gregorio Borgia/Copyright 2016 The Associated Press. All rights reserved.   -  

Der emeritierte Papst Benedikt und ehemalige Münchner Erzbischof Joseph Ratzinger hat in einer Mitteilung versucht, seine vorherigen falschen Angaben zu erklären.

In einem in alter Rechtschreibung verfassten Statement schreibt der Ex-Papst, es habe sich um "ein Versehen" gehandelt. "Daß das Versehen ausgenutzt wurde, um an meiner Wahrhaftigkeit zu zweifeln, ja, mich als Lügner darzustellen, hat mich tief getroffen."

Zudem entschuldigt sich Benedikt bei den Opfern von sexuellem Missbrauch: "Wie bei diesen Begegnungen kann ich nur noch einmal meine tiefe Scham, meinen großen Schmerz und meine aufrichtige Bitte um Entschuldigung gegenüber allen Opfern sexuellen Mißbrauchs zum Ausdruck bringen. Ich habe in der katholischen Kirche große Verantwortung getragen. Umso größer ist mein Schmerz über die Vergehen und Fehler, die in meinen Amtszeiten und an den betreffenden Orten geschehen sind."

Und Joseph Ratzinger formuliert weiter: "Es berührt mich immer stärker, daß die Kirche an den Eingang der Feier des Gottesdienstes, in dem der Herr uns sein Wort und sich selbst schenkt, Tag um Tag das Bekenntnis unserer Schuld und die Bitte um Vergebung setzt. Wir bitten den lebendigen Gott vor der Öffentlichkeit um Vergebung für unsere Schuld, ja, für unsere große und übergroße Schuld. Mir ist klar, daß das Wort „übergroß“ nicht jeden Tag, jeden einzelnen in gleicher Weise meint. Aber es fragt mich je-den Tag an, ob ich nicht ebenfalls heute von übergroßer Schuld sprechen muß. Und es sagt mir tröstend, wie groß auch immer meine Schuld heute ist, der Herr vergibt mir, wenn ich mich ehrlich von ihm durchschauen lasse und so wirklich zur Änderung meines Selbst bereit bin."

Den gesamten Brief an die Autoren des Münchner Missbrauchsgutachtens können Sie HIER nachlesen.