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Rassismus-Vorwürfe gegen Grenzschutz: "Für Nicht-Ukrainer gab es keine Hilfe"

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Von euronews
Rassismus-Vorwürfe gegen Grenzschutz: "Für Nicht-Ukrainer gab es keine Hilfe"
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Ein Flüchtling aus dem Kamerun, der einen verletzten marokkanischen Stundenten trägt, ein polnischer Ehrenamtlicher, der hilft: Afrikaner schaffen es über die ukrainische Grenze nach Polen, doch je mehr Menschen vor der russischen Invasion fliehen, desto mehr Berichte gibt es über Rassismus auf der Flucht. Darüber, dass Menschen ohne ukrainischen Pass von ukrainischen und polnischen Grenzschützern nicht nur abgewiesen, sondern auch misshandelt werden. 

Der Tunesier Fedy Ben Bahim, bisher Medizinistudent in Dnipro im Osten der Ukraine, erhebt schwere Vorwürfe: "Ich habe Menschen gesehen, die nieder oder sogar tot geschlagen wurden. Man sieht Menschen, die einen Herzinfarkt bekommen, weil es so überfüllt ist und die Menschen versuchen rüberzukommen."

Ich habe Menschen gesehen, die nieder oder sogar tot geschlagen wurden.
Fedy Ben Bahim
Tunesier, studierte Medizin in Dnipro

Die ukrainischen Soldaten seien überfordert gewesen, so der Algerier Ramy Ben Hamidouch, der in Kiew arbeitete: "Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Man muss sie nicht anschreien, man muss sie nicht schlagen. Sie haben uns mit Elektroschocks gedroht, ohne dass es einen Grund dafür gab."

In Schehyni an der polnischen Grenze habe er die Hölle erlebt, so der Spanier Kevin Riofrío Maldonado. "Wir konnten noch nicht mal unsere Handys laden. Sie haben uns gesagt, nein, wir seien keine Ukrainer. Sie haben 500 Euro pro Person verlangt, um in einen Bus zu kommen. Wir hatten den Eindruck, dass unsere Leben nichts wert sind. Tatsächlich war es so, unsere Leben waren nichts wert. Für Nicht-Ukrainer gab es keine Hilfe, nur Hindernisse. Ich wollte irgendwann einfach nur noch sterben. Man fühlt sich hilflos, wenn man ein Land, wo man nicht bleiben will, nicht verlassen kann und sie einen daran hindern, während Krieg ist."

Warschau: Wir helfen allen Flüchtlingen

Die polnische Regierung sagte, alle Kriegsflüchtlinge, egal aus welchem Land, würden gleich behandelt. Man solle russischen Propagandakampagnen über das Vorgehen an der Grenze keinen Glauben schenken.

Die Internationale Organisation für Migration rief die Nachbarländer der Ukraine dazu auf, allen Menschen Schutz anzubieten.