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"Ukrainer zuerst": Rassismus auf der Flucht

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Von euronews
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Flucht aus der Ukraine: Für Nicht-Weiße ist es offenbar schwierig.
Flucht aus der Ukraine: Für Nicht-Weiße ist es offenbar schwierig.   -   Copyright  Darko Vojinovic/ Associated Press

Tage nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine versuchen immer mehr Menschen, das Land zu verlassen, auch die vielen Ausländer:innen, die im Land leben. Doch während die ukrainischen Flüchtlinge in Ländern wie Polen und Ungarn herzlich empfangen werden, gibt es immer mehr Berichte über Diskriminierung gegenüber nicht-weißen Menschen, die die Ukraine verlassen wollen. 

Der kongolesische Pharmaziestudent Jean-Jacques Kabea erzählt, dass er bereits an der polnischen Grenze war und dass Menschen aus Afrika nicht rübergelassen wurden. Er habe die Nacht im Freien verbracht und mehrere Tage lang nichts gegessen. Die Soldaten hätten ihm gesagt, er solle bleiben, um mit den Ukrainern zu kämpfen. Vor allem Schwarze dürften das Land nicht verlassen.

Als sie versuchte, an Bord eines Zuges zu kommen, sei sie zurückgedrängt worden, so die indische Medizinstudentin Amanjyot. Es habe gehießen, Ukainer zuerst.

Wir werden wie Hunde behandelt.
Maisum Ahmed
Student aus Pakistan

An der polnischen Grenze gibt es inmitten des großen Andrangs ähnliche Szenen, berichtet Maisum Ahmed, der aus Pakistan kommt und normalerweise in Kiew studiert: "Wir haben alle Unterlagen. Jeder Ukraine kommt durch, einer nach dem anderen. Aber diese Gruppe hier wartet seit drei Nächten. Weil wir Ausländer sind werden wir wie Scheiße, wie Hunde behandelt."

"Wir sitzen fest", so Richard Adjei Kusi, Student aus Ghana. "Niemand sagt uns, was passiert. Sie rufen 20 Leute auf, die passieren können, aber wir sind immer noch hier. Einige unserer Freunde sind seit mehr als vier Tagen hier, ich bin seit zwei Tagen hier. Die Schlange bewegt sich nicht einen Zentimeter."

UN appelliert an Ukraine und Nachbarstaaten

Flüchtlingsorganisationen, Politiker:innen und die Vereinten Nationen riefen die Behörden der Ukraine und der Nachbarländer dazu auf, alle Flüchtenden gleich zu behandeln. Der ukrainische Außenminister sagte, die Grenzschützer haben die Anweisung, alle Ausländer ausreisen zu lassen.

UN-Angaben zufolge sind 470.000 Menschen aus anderen Ländern in der Ukraine gestrandet. Wegen des guten Bildungsniveaus und der geringen Lebenshaltungskosten war das Land vor allem für Studierende aus Afrika attraktiv.