Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Krieg in der Ukraine: Auch Afrika spürt die Konsequenzen

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit Africanews
Krieg in der Ukraine: Auch Afrika spürt die Konsequenzen
Copyright  Africanews   -  

Der Krieg in der Ukraine findet Tausende Kilometer von Afrika entfernt statt, aber seine Auswirkungen sind auch auf dem Kontinent zu spüren. Die Ukraine ist einer der größten Exporteure von Weizen nach Afrika. Ein Ausfall würden die Lebensmittelversorgung der Menschen auf lange Sicht gefährden, warnen Experten.

Zu den möglichen Gefahren und der Rolle, die afrikanische Staaten bei der Lösung des Konflikts spielen können, sprach Ronald Kato von unserem Schwestersender Africanewsmit der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield.

"Die Afrikaner müssen Teil der Lösung sein, um diesen inakzeptablen Krieg zu beenden"

Linda Thomas-Greenfield: "Ich denke, dass die Stimme jedes Staats- oder Regierungschefs, jedes Landes, das die Russen auffordert, diesen Krieg zu beenden, wichtig ist. Jede Stimme zählt. Jeder Präsident ist in diesem Bemühen bedeutend. Und deshalb ist in New York, bei der UN-Generalversammlung, die afrikanische Stimme so wichtig. Damit wir den Russen sagen können, dass sie in diesem Angriffskrieg gegen die Ukraine keine Verbündeten haben.

Wir wissen, dass dieser Krieg, den die Russen in der Ukraine angezettelt haben, Auswirkungen auf die ganze Welt haben wird. Die Ukraine ist einer der größten Weizenexporteure nach Afrika. Die Zahlen, die ich habe, sind ungefähr 2,4 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen zwischen der Ukraine und Afrika im Jahr 2021. Aber es ist der Krieg, der dazu geführt hat, und deshalb müssen die Afrikaner Teil der Lösung sein, um diesen inakzeptablen Krieg zu beenden."

Angst vor sozialen Unruhen oder anderen Umwälzungen

Die weltweiten Folgen des Ukraine-Kriegs sind längst auf dem afrikanischen Kontinent angelangt: Von steigenden Treibstoffpreisen bis hin zu Schwierigkeiten bei der Einfuhr von Lebensmitteln. Gleichzeitig steigt die Sorge, dass es in afrikanischen Staaten als Reaktion zu sozialen Unruhen oder anderen Umwälzungen könnte könnte. Um dies zu verhindern, sagt die Thomas-Greenfield, stehe sie in einem ständigen Dialog mit den afrikanischen UN-Vertretern und der Afrikanischen Union.

Linda Thomas-Greenfield: "Ich arbeite täglich mit afrikanischen Botschaftern zusammen. Wie Sie wissen, handelt es sich um drei gewählte afrikanische Mitglieder des Sicherheitsrates, die sogenannte A3 Gruppe, Ghana, Kenia und Gabun. Ich tausche mich mit ihnen regelmäßig über diese Themen aus und treffe mich mit anderen afrikanischen ständigen Vertretern, um sie zu ermutigen, sich zu diesem Thema zu äußern."

Kenias UN-Botschafter Martin Kimani hatte den Überfall Russlands auf die Ukraine in einer viel beachteten Rede vor dem Sicherheitsrat auf Schärfste verurteilt. Dennoch enthielten sich 17 afrikanische Länder später bei der Abstimmung über UN-Resolution zur Verurteilung des Krieges.

Mit Sorge beobachten UN-Botschafter neben den wirtschaftlichen die militärischen Beziehungen mehrerer afrikanischer Staaten mit Russland wie Mali oder Eritrea - hier schwelt großes Konfliktpotenzial.