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Ukraine: Präsident Selenskyj will ab September wieder mehr Normalität im Land

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Von Euronews  mit dpa, AFP
Sanitäter tragen die Leiche einer Frau, nach einem russischen Bombardement in Charkiw
Sanitäter tragen die Leiche einer Frau, nach einem russischen Bombardement in Charkiw   -   Copyright  Evgeniy Maloletka/AP Photo   -  

Der Osten der Ukraine ist erneut Ziel von massiven russischen Angriffen geworden. Laut Behördenangaben wurden dabei in Charkiw drei Menschen getötet und mindestens fünf verletzt. Wie die Polizei mitteilte, sei eine Rakete in einem Wohngebiet eingeschlagen. Die Feuerwehr musste mehrere Brände bekämpfen.

In den Orten Kramatorsk und Awdijiwka in der Region Donezk starben den Behörden zufolge zwei Menschen, acht wurden verletzt. Der Gouverneur der Oblast Donezk, Pawlo Kyrylenko, sagte, dass bei den Angriffen nur zivile Ziele getroffen worden seien.

Die prorussischen Separatisten in der Region Donezk sprachen von einem Toten und elf Verletzten durch ukrainischen Beschuss. Berichte aus den Kampfgebieten können nicht unabhängig geprüft werden.

Nariman El-Mofty/AP Photo
Blutflecken in einer zerstörten Wohnung in Kramatorsk, UkraineNariman El-Mofty/AP Photo

Seit Russland die weitgehende Kontrolle über die ostukrainische Region Luhansk übernommen hat, hat sich der Schwerpunkt der Kämpfe ins benachbarte Donezk verlagert. Im Visier der russischen Armee sind demnach besonders die Städte Kramatorsk und Slowjansk.

Putin: Tragödie für das ukrainische Volk

Der russische Präsident Wladimir Putin warf dem Westen erneut vor, "bis zum letzten Ukrainer" kämpfen zu wollen. Bei einem Treffen mit den Vorsitzenden der Parlamentsfraktionen in Moskau sagte der Kreml-Chef, dass dies eine Tragödie für das ukrainische Volk sei.

"Aber es sieht so aus, als würde es in diese Richtung gehen. Jeder sollte jedoch wissen, dass wir noch nicht einmal richtig angefangen haben. Alle Ziele der "Militäroperation" würden erreicht, "ohne Zweifel". Putin erklärte, Friedensgespräche nicht ablehnen zu wollen. "Doch diejenigen, die sich weigern, sollten wissen, dass es für sie umso schwieriger wird, ein Abkommen mit uns zu schließen, je länger es dauert."

Alexei Nikolsky/Sputnik
Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreml bei einem Treffen mit den Chefs der ParlamentsfraktionenAlexei Nikolsky/Sputnik

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wagte derweil schon einen Blick auf mehr Normalität im Land. Es gebe viele Herausforderungen zu bewältigen, sowohl auf dem Schlachtfeld als auch im zivilen Sektor - wegen der ständigen Raketenangriffe auf die Infrastrukturen, Wohngebäude, Schulen und Universitäten. "Die wichtigste Aufgabe ist für uns, dass Frauen und Kinder bis zum 1. September in die Ukraine zurückkehren, damit die Kinder zur Schule gehen können."

Selenskyj verlangte vom Westen weitere Waffenlieferungen im Krieg gegen Russland. Je größer die Verteidigungshilfe für die Ukraine jetzt sei, desto eher würde der Krieg mit einem ukrainischen Sieg enden und desto geringer würden die Verluste aller Länder der Welt sein, so der ukrainische Präsident.

Keine Fuchs-Panzer an Ukraine

Unterdessen ist im deutschen Bundestag keine Mehrheit für eine Lieferung von 200 Transportpanzern vom Typ Fuchs zustandegekommen. CDU und CSU hatten dies gefordert. Das Parlament stimmte in der Nacht zum Freitag gegen einen entsprechenden Entschließungsantrag der Unionsfraktion.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte bereits im Vorfeld der Abstimmung vor einem "Ausplündern" der Bundeswehr gewarnt. "Wir unterstützen die Ukraine mit allem, was möglich und verantwortbar ist. Aber wir müssen die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gewährleisten", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.