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Habecks Reserve-AKWs: Die Grünen zwischen Pragmatismus und Partei-DNA

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Von Verena Schad
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck 05. September 2022
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck 05. September 2022   -   Copyright  Kay Nietfeld/(c) Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Der grüne Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will zwei der drei verbliebenen deutschen Atomkraftwerke noch bis April als Reservekraftwerke nutzen können, statt sie wie geplant Ende des Jahres abzuschalten.

Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg sollen als Backups erhalten bleiben, aber vom Netz genommen werden. Zum Einsatz sollen sie nur dann kommen, wenn es absolut notwendig ist. 

Einige hatten erwartet, dass die Grünen in ihrem Pragmatismus weiter gehen und den Forderungen zur begrenzten Laufzeitverlängerung womöglich nachgeben würden.  

Aber wie auch immer der Kompromiss ausgesehen hätte, Kritik kommt von allen Seiten. Umweltverbände reagieren empört, ausgerechnet ein grüner Minister kündige den Atomausstieg und den hart errungenen gesellschaftlichen Konsens auf, twittert zum Beispiel der Greenpeace Deutschland Chef Martin Kaiser. 

Die oppositionelle Union wiederum spricht von einem fatalen Fehler Habecks, der parteipolitisch motiviert sei. Es sei absurd, in der jetzigen Situation Stromerzeugungskapazitäten nicht voll zu nutzen, meint CDU-Chef Friedrich Merz. 

In der Krise könnten die AKWs sicher, verlässlich und bezahlbar Energie und Strom liefern, Jens Spahn. Sie sollten mindestens noch die nächsten zwei Winter laufen. 

Wirtschaftsexperten beispielsweise aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung raten zur Laufzeitverlängerung von mehreren Jahren.  

Die Diskussion ist weniger faktenbasiert als ideologisch getrieben. Was die Kritiker dabei gern übersehen: Die Atomkraftwerke würden nur eine minimale Entlastung bringen.

Neue Brennstäbe will Habeck jedenfalls nicht für die AWKs - das Uran dafür hat Deutschland bislang aus Russland bezogen.

Und die Grünen haben bereits eine andere riesige Kröte geschluckt: Sie bringen sogar Kohlekraftwerke wieder ans Netz, obwohl die bekanntermaßen CO2-Schleudern sind.

Größere Zugeständnisse in Sachen Atomstrom hätten wohl an den Grundfesten der grünen Partei gerührt und sie vor eine Zerreissprobe gestellt.

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