Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Teilmobilmachung läuft chaotisch: Viele melden sich, noch viel mehr verlassen Russland

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit DPA/AP/AFP
Russische Rekruten in Bataisk in der Region Rostow am Don
Russische Rekruten in Bataisk in der Region Rostow am Don   -   Copyright  AP Photo, File

Überall in Russland spielen sich ähnliche Szenen ab: Zumeist junge Reservisten verabschieden sich von ihren Familien und steigen in Busse mit ungewissem Ziel. Im Prinzip erwartet sie eine kurze militärische Auffrischung, dann werden sie zum Kampf in die Ukraine geschickt.

Alles geht sehr schnell von der Einberufung bis zur Abfahrt. Viele können gar nicht fassen, was ihnen geschieht. "Heute Morgen haben wir die Vorladung erhalten", berichtet eine Frau. "Und jetzt sitzt er schon im Bus."

Die von Präsident Putin angeordnete Teilmobilmachung von 300.000 Wehrpflichtigen verläuft chaotisch. Alte, Kranke und sogar Tote wurden einberufen oder zur Einberufung zitiert. Sogar der Kreml hat Fehler eingeräumt und versprochen, diese zu korrigieren.

Doch der Unmut in der Bevölkerung wächst, Widerstand machen sich breit. Seit Tagen kommt es landesweit immer wieder zu Protesten und Angriffen auf Einberufungsstellen.

In der russischen Teilrepublik Dagestan im Kaukasus demonstrierten am Sonntag vor allem Frauen vor einer Polizeistation. Mehr als 100 von ihnen wurden verhaftet.

Um die Einberufung zu umgehen, reisen derzeit Zehntausende Männer fluchtartig aus Russland aus. An den Grenzen zu Georgien, Kasachstan, Finnland oder der Mongolei bildeten sich lange Autoschlangen.

Die Zeitung Novaya Gazeta berichtet unter Berufung auf russische Geheimdienstquellen, mehr als 260.000 Männer hätten das Land bereits verlassen. Groß ist die Angst, Putin könnte das Kriegsrecht ausrufen - dann wären die Grenzen für alle wehrfähigen Männer dicht.