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Truss-Nachfolge: Gut möglich, dass Rishi Sunak und BoJo in die Endauswahl gelangen

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Von Luke Hanrahan
Britische Tageszeitungen vom 21. Oktober 2022
Britische Tageszeitungen vom 21. Oktober 2022   -   Copyright  David Cliff/AP

Ein Foto aus dem Buckingham Palast vom 6. September zeigt zwei Rekorde: Die längstgediente Monarchin des Landes trifft die Frau, die sich als die Premierministerin mit der kürzesten Regierungsdauer herausstellen sollte.

Innerhalb von nur sechs Wochen hat Liz Truss beispielloses politisches Chaos verursacht.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat keinen Zweifel daran, was der nächste Schritt sein sollte: 

"Was nun geschehen muss? Auf der Ebene des Vereinigten Königreichs muss es Parlamentswahlen geben. Das ist eine demokratische Notwendigkeit. Der Gedanke, dass die Tories sich jetzt um einen neuen Premierminister scharen, egal wer, ganz zu schweigen davon, wer das im Interesse der Öffentlichkeit sein könnte, ist einfach absurd."

Was nun tatsächlich passieren wird, ist ein Prozess, der in aller Eile von konservativen Abgeordneten erdacht wurde. Kandidaten müssen die Unterstützung von 100 Abgeordneten haben, um zur Wahl stehen zu können.

Die Favoriten sind Penny Mordant - gegenwärtig Fraktionsvorsitzende. Rishi Sunak - ehemaliger Schatzkanzler, der beim letzten Auswahlverfahren Liz Truss unterlag, und, erstaunlicherweise, der nach wie vor beliebte Boris Johnson.

Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass Rishi Sunak und Boris Johnson in die letzte Auswahlrunde gelangen. Die beiden liegen derzeit bei den Tory Abgeordneten in den Sympathiewerten vorn, unter den Parteimitgliedern, die nächste Woche online abstimmen sollen, ist Johnson nach wie vor sehr beliebt. Wird er also, weniger als zwei Monate nach seinem unrühmlichen Abgang, in die Downing Street zurückkehren?

Ich fragte den konservativen Unterhausabgeordneten Andrew Bridgen.

"Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass er die Zielmarke von 100 Abgeordneten erreichen wird, und wenn er auf dem Stimmzettel steht, werden die Parteimitglieder für ihn stimmen. Ich halte das für einen Schritt zurück, er hat ja allerhand Gepäck zu tragen, was sich in den vergangenen zwölf Monaten unter seiner Regierung ereignet hat, war nicht gerade erbaulich für das Land. Aber unter Liz Truss wurde es dann so schlimm, dass viele in ihm jetzt so eine Art Trostbringer sehen."

Die Abgeordneten müssen entscheiden, wer auf den Stimmzettel kommt. Wenn nur eine Person genügend Unterstützer findet, würde sie Premierminister. Ansonsten entscheiden die Parteimitglieder.